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USA
25. Januar 2020

Trump spricht als erster US-Präsident beim Marsch für das Leben

Donald Trump war der erste amtierende US-Präsident, der auf dem Marsch für das Leben sprach. Screenshot: YouTube / The White House
Donald Trump war der erste amtierende US-Präsident, der auf dem Marsch für das Leben sprach. Screenshot: YouTube / The White House

Washington (idea) – Jedes Kind ist ein wertvolles und heiliges Geschenk Gottes. Diese Meinung vertrat US-Präsident Donald Trump am 24. Januar in einer Rede beim 47. Marsch für das Leben in Washington. Trump ist der erste amtierende Präsident, der an dem Protestzug gegen Abtreibung teilnahm. Andere Präsidenten wie Ronald Reagan (1911–2004), George Bush senior (1924–2018) und junior hatten per Telefon zu den Lebensschützern gesprochen. Trump hatte sich in den letzten Jahren in Videobotschaften an die Demonstranten gewandt.

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In seiner Rede vor Zehntausenden Teilnehmern sagte er, in kleinen Kindern zeige sich die Majestät von Gottes Schöpfung. Die Bibel lehre, dass jeder Mensch wundervoll geschaffen sei. Ungeborene Kinder hätten nie einen stärkeren Beschützer im Weißen Haus gehabt als ihn. Er habe sich vom ersten Tag seiner Präsidentschaft an für ihren Schutz eingesetzt. So habe er zwei Richter an den Obersten Gerichtshof berufen, die Abtreibungsgegner seien. Darüber hinaus habe er Kongressabgeordnete der Republikaner aufgerufen, ein Gesetz gegen Spätabtreibungen auf den Weg zu bringen.

Trump warf seinen politischen Gegnern von den Demokraten vor, steuerfinanzierte Programme zu unterstützen, die Abtreibungen bis zur Geburt ermöglichten. Der demokratische Gouverneur des US-Bundesstaates Virginia habe sich sogar dafür ausgesprochen, behinderte Kinder nach der Geburt sterben zu lassen.

Geschätzte 900.000 Abtreibungen pro Jahr in den USA

Der jährlich stattfindende Marsch für das Leben wurde 1974 von der Katholikin Nellie Gray (1924–2012) als Reaktion auf die Gerichtsentscheidung im Fall „Roe gegen Wade“ ins Leben gerufen. 1973 hatte die Texanerin Norma McCorvey (1947–2017) unter dem Decknamen „Jane Roe“ vor dem Obersten Gerichthof die Legalisierung von Abtreibungen erstritten. Nachdem sie 1995 Christin wurde, setzte sie sich dafür ein, dass das Grundsatzurteil widerrufen wird.

Am ersten Marsch für das Leben beteiligten sich 1974 rund 20.000 Menschen. 2013 waren es 650.000. In den USA werden nach Schätzungen jährlich knapp 900.000 Kinder im Mutterleib getötet.

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