Sonntag • 22. Juli
ACAT
26. Juni 2018

Nächtliche Gebetswachen in der Schweiz für Folteropfer

Symbolbild Foto: freeimages.com/Tomasz Kobosz
Symbolbild Foto: freeimages.com/Tomasz Kobosz

Die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (Acat) ruft für den 26. Juni zur Teilnahme an nächtlichen Gebetswachen auf. Diese finden jeweils am internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer statt. Auch in der Schweiz würden Menschen Opfer „übermässiger Gewaltanwendung“, schreibt die Aktion.

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Unter den zehn Personen, die bei den Acat-Gebetswachen ins Gebet aufgenommen werden sollen, befinden sich auch zwei Fälle aus der Schweiz. Der gambische Asylsuchende Lamine Fatty wurde aufgrund einer Namensverwechslung in Lausanne verhaftet und ins Gefängnis gesteckt.

Die Behörden merkten nicht, dass er aufgrund einer Epilepsie-Erkrankung kurz zuvor am Gehirn operiert worden war. Nach zwei Tagen starb er „unter ungeklärten Umständen“ in Haft, schreibt Acat.

Untersuchung eingeleitet

Ein zweiter Fall, der von der Aktion aufgegriffen wird, betrifft Mike Ben Peter. Im Rahmen einer Kontrolle gegen den Drogenhandel wurde er in Lausanne wegen „verdächtigen Verhaltens“ und weil er sich der Kontrolle widersetzt habe, verhaftet.

„Gleich nach seiner Ruhigstellung hat er einen Schwächeanfall erlitten und das Bewusstsein verloren“, zitiert Acat aus dem Polizeibericht. Mike Ben Peter starb am Tag nach der Verhaftung „aus noch ungeklärten Gründen“. Gemäss Acat habe der Mann eine Kopfverletzung erlitten. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden.

Die weiteren acht Personen, deren Schicksal Acat den Betenden vom 26. Juni ans Herz legt, wurden Opfer staatlicher Gewalt in verschiedenen Staaten. Gemeinsam haben sie, dass sie bedroht, geschlagen, gefoltert, festgenommen und ins Gefängnis geworfen wurden, um sie zum Schweigen oder zum Reden zu bringen, wie Acat-Schweiz in der Mitteilung schreibt.

Gebetswache und Gebetskette

Die Gebetswachen, auf welche Acat-Schweiz verweist, finden besonders in der Westschweiz statt. Eine wird in Buochs NW organisiert. Wie eine Sprecherin von Acat-Schweiz auf Anfrage erklärte, sei die Aktion auf Pfarreien und Kirchgemeinden zugegangen und habe diese gebeten, sich mit einer Gebetswache der weltweiten Gebetskette anzuschliessen und so ihre Solidarität mit den Opfern von Folter zu zeigen.

Acat-Schweiz habe jedoch keine Übersicht darüber, wo überall in der Deutschschweiz Gebetswachen organisiert würden. (kath.ch/gs)

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