Montag • 22. Januar
Kongo
01. Januar 2018

Menschenrechtler verurteilen Übergriffe auf Christen

Bei Protesten wurden mindestens acht Menschen getötet. Foto: picture-alliance/AP Photo
Bei Protesten wurden mindestens acht Menschen getötet. Foto: picture-alliance/AP Photo

Göttingen/Kinshasa (idea) – In der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika hat die Regierung Demonstrationen von Christen am 31. Dezember gewaltsam beendet. Mindestens acht Menschen sollen dabei getötet und rund 120 – darunter zwei Priester und zwölf Messdiener – festgenommen worden sein. Zu den friedlichen Protesten hatte das katholische Laien-Komitee (CLC) aufgerufen. Sie richteten sich gegen den seit 2001 undemokratisch regierenden Staatspräsidenten Joseph Kabila, weil er seinen Posten nicht räumt. Ein von den Bischöfen vermitteltes Abkommen sah vor, dass er 2017 auf sein Amt verzichtet. Nun ließ er stattdessen Neuwahlen für den 23. Dezember 2018 ankündigen. Die Katholiken fordern, dass Kabila dann nicht mehr erneut kandidiert. Obwohl die Regierung die Demonstrationen verboten hatte, versammelten sich die Christen nach den Sonntagsmessen unter anderem in der Hauptstadt Kinshasa vor mehreren Kirchen. Laut der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV/Göttingen) hat die Regierung „vollkommen unangemessene Gewalt“ gegen die Bevölkerung eingesetzt. Direktor Ulrich Delius sagte am 1. Januar: „Wenn Gläubige von Sicherheitskräften an der Teilnahme an heiligen Messen gezielt gehindert werden, Polizisten in Kirchen Tränengas einsetzen und Priester und Messdiener verhaftet werden, dann verspielt Kabila jede Glaubwürdigkeit.“ Rund 50 Prozent der 81 Millionen Einwohner des Landes sind Katholiken, 20 Prozent Protestanten, zehn Prozent Muslime und die übrigen Anhänger von Naturreligionen. Der Kongo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Fast drei Viertel der Einwohner sind unterernährt. Jedes zehnte Kind stirbt, bevor es das erste Lebensjahr vollendet hat.

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