Samstag • 20. Oktober
„Marsch für das Leben“
20. September 2018

Kardinal Marx: Tötung von Ungeborenen ist keine „ärztliche“ Dienstleistung

Am 22. September findet der „Marsch für das Leben
Am 22. September findet der „Marsch für das Leben" in Berlin statt. Archivbild: idea/Wolfgang Köbke

Berlin (idea) – Während der „Marsch für das Leben“ am 22. September in Berlin auch in diesem Jahr breite Unterstützung bei katholischen Bischöfen findet, ist die Solidarität von evangelischen Kirchenleitern gering. Zu der Veranstaltung werden Tausende Teilnehmer erwartet, die gegen die bestehende Abtreibungspraxis demonstrieren. Der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München), erinnerte in seinem schriftlichen Grußwort daran, dass die Tötung ungeborener Kinder keine „normale“ ärztliche Dienstleistung ist. Eine Abtreibung sei grundsätzlich mit „unserem Werte- und Rechtssystem“ nicht vereinbar. Für die katholische Kirche gehörten der Schutz des ungeborenen Kindes und die Hilfe für Frauen in Krisensituationen eng zusammen: „In unseren diakonischen Diensten bieten wir deshalb eine Beratung an, die das Leben des Kindes schützt, indem sie die Mutter umfassend informiert und begleitet.“ Weitere Grußworte zum Marsch schickten der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, der Weihbischof im Erzbistum Köln, Dominikus Schwaderlapp, der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und der Bischof von Passau, Stefan Oster.

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Evangelist Parzany: Das Gebot Gottes „Du sollst nicht töten“ gilt weiterhin

Ein Grußwort vom EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), oder dem Rat der EKD gibt es hingegen nicht. Das bestätigte die stellvertretende EKD-Pressesprecherin, Kerstin Kipp (Hannover), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Allerdings wird der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), an der Veranstaltung teilnehmen und beim ökumenischen Abschlussgottesdienst predigen. Identisch lautende Grußworte schickten der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July (Stuttgart), und der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing (Dresden). Darin heißt es, die hohen Abtreibungszahlen forderten heraus, nach den Gründen zu fragen. Das Thema Lebensschutz müsse eines der ganzen Gesellschaft bleiben: „Halten wir aber Abstand zu jenen Bewegungen, die unser Engagement für das Leben ausnutzen oder benutzen wollen für ihre populistische Agenda.“ Von evangelikaler Seite versicherte der Vorsitzende des Netzwerks „Bibel und Bekenntnis“, Ulrich Parzany (Kassel), den Veranstaltern seine Unterstützung. Das Gebot Gottes „Du sollst nicht töten“ gelte weiterhin: „Wenn wir Gott mehr gehorchen als den Menschen, werden wir klare Worte finden, aber auch Frauen in Not alle nur denkbare Hilfe geben, persönlich oder durch Unterstützung der zahlreichen Initiativen, die solche Hilfe anbieten“, so Parzany.

Kauder: Marsch ist eine Erinnerung und Mahnung an die Politik

Prominentester Unterstützer aus der Politik ist der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder. Der „Marsch für das Leben“ sei für den Gesetzgeber Erinnerung und Mahnung zugleich, den bestehenden Lebensschutz immer wieder zu hinterfragen und auf neue medizinische Entwicklungen lebensschützend zu reagieren, so Kauder in seinem Grußwort. Die Veranstaltung sei aber auch ein Appell an die Gesellschaft und an den Einzelnen, sich für den Lebensschutz aktiv einzusetzen. Die Demonstration steht unter dem Motto „Menschenwürde ist unantastbar. Ja zu jedem Kind – Selektion und Abtreibung beenden“. Sie beginnt mit einer Kundgebung auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof und endet mit einem ökumenischen Gottesdienst. Veranstalter des „Marsches für das Leben“ ist der Bundesverband Lebensrecht (Berlin). Der Verein wendet sich unter anderem gegen die bestehende Abtreibungspraxis. Auch in diesem Jahr haben linksorientierte Gruppen und Parteien zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Das nach eigenen Angaben queer-feministische und antifaschistische Bündnis „What the Fuck“ fordert dazu auf, den Marsch zu verhindern.

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