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Missionswerk DMG
10. Mai 2018

Gemeinden sollten ihre besten Mitarbeiter in die Mission ziehen lassen

v.l.: Bauingenieur Andrew Howes und Pfarrer Günther Beck. Foto: DMG interpersonal e.V.
v.l.: Bauingenieur Andrew Howes und Pfarrer Günther Beck. Foto: DMG interpersonal e.V.

Wetzlar (idea) – Gemeinden sollten ihre besten Mitarbeiter in die Mission ziehen lassen. Diese Ansicht vertritt der neue Direktor des Missions- und Hilfswerks DMG interpersonal, Pfarrer Günther Beck (Sinsheim bei Heidelberg), in einem Gespräch mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Ihm zufolge sollten die Menschen in die Mission gehen, auf die ihre bisherige Gemeinde „eigentlich nicht verzichten kann“. Missionsopfer bedeute nicht nur Geld für diese Aufgaben zu spenden, sondern auch die besten Mitarbeiter auszusenden: „Leute, die die eigene Gemeinde gut gebrauchen kann, kann man auch an anderen Orten der Welt gut gebrauchen.“ Nach Worten Becks darf Mission nie allein auf Entwicklungshilfe reduziert werden. Evangelistisches und diakonisches Arbeiten gehörten zusammen. Missionare sollten ganzheitlich arbeiten und sich sowohl um die Verkündigung des Evangeliums als auch um Bildung und Gesundheit kümmern. Sie müssten vor allem Vorbild sein und leben, was sie lehren. Für die Glaubwürdigkeit eines Missionars sei es auch gut, wenn er etwas Praktisches tue, etwa wenn er Kühlschränke reparieren könne und nebenbei von seinen Überzeugungen erzähle. Er rechne damit, dass bei Missionaren die Teilzeitarbeit in einem weltlichen Beruf zunehmen werde, etwa als Lehrer, Arzt, Landwirt oder Ingenieur. Beck ist Pfarrer im Ehrenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Er arbeitet seit 1984 bei der DMG, unter anderem als Dozent in Nordafrika und dem Nahen Osten. Seit 2016 war er Vorstand für Kommunikation.

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Mehr ausländische Missionare für Deutschland

Becks Stellvertreter, der Bauingenieur Andrew Howes, sieht es als Aufgabe der DMG, das Evangelium den Unerreichten zu bringen. Zugleich arbeite man verstärkt daran, dass mehr ausländische Missionare nach Deutschland kommen. Derzeit engagieren sich 43 DMG-Missionare in Deutschland in der Flüchtlings- und Migrantenhilfe. Howes: „Unsere lateinamerikanischen, afrikanischen und asiatischen Glaubensgeschwister haben einen einfachen, echten, ganz normal wirkenden Glauben, der säkulare Deutsche überzeugt.“ Dies sei eine besondere Gnadengabe. Als Missionar müsse man zuhören können und zunächst die Kultur und die Fragen der Einheimischen kennenlernen und sich auf sie einstellen. In der Vergangenheit hätten Missionare häufig gedacht, sie wüssten, worauf es ankommt. Dies sei ein großer Fehler. Howes war zwölf Jahre Missionar in der Demokratischen Republik Kongo und im westafrikanischen Burkina Faso, 2012 übernahm er bei der DMG die Personalleitung für Afrika. Die DMG (früher: Deutsche Missionsgemeinschaft) wurde 1951 gegründet. Die 350 Mitarbeiter sind in Partnerschaft mit 105 internationalen Missionen, Nichtregierungsorganisationen und Kirchen in 80 Ländern aktiv. Sie unterstützen den Aufbau christlicher Gemeinden und einheimischer Missionen, leisten Katastrophen- und Nothilfe, Hilfe für Straßenkinder, Aidskranke aktiv sowie in Radiomission, Flugdienst und theologischer Lehre tätig.

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