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Heimowski
11. Mai 2018

Evangelische Allianz hat „Topexperten“ für Religionsfreiheit

Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz beim Deutschen Bundestag und der Bundesregierung, Uwe Heimowski. Foto: Privat
Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz beim Deutschen Bundestag und der Bundesregierung, Uwe Heimowski. Foto: Privat

Kassel (idea) – Die Deutsche Evangelische Allianz ist zwar eine vergleichsweise kleine Bewegung, kann aber über Vertrauen und Kompetenz gesellschaftlich Einfluss nehmen. Diese Meinung vertrat deren Beauftragter am Sitz des Bundestages und der Bundesregierung, Uwe Heimowski, in einer Podiumsdiskussion auf der Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) in Kassel (9. bis 12. Mai). Der evangelikale Dachverband verfüge über „Topexperten“ für Religionsfreiheit. Sie seien gefragte Gesprächspartner, gerade auch im Bundestag. Immer wieder habe er auch seelsorgerliche Begegnungen mit Politikern, obwohl diese gar nicht zu seinem Dienstauftrag gehörten, so Heimowski. Allein in der vergangenen Woche habe er mit fünf Bundestagsabgeordneten aus vier Parteien auf deren Wunsch hin gebetet. Zudem rief er Christen dazu auf, selbstbewusster aufzutreten. So stellten in seinem Wohnort Gera in Thüringen die Christen nur acht Prozent der 96.000 Einwohner. Doch die Flüchtlingshelfer vor Ort seien zu 60 Prozent Christen: „Wir sind aktiver, als wir es wahrnehmen.“ Gerade die Freikirchen brauchten sich mit ihrem Engagement nicht hinter den großen Volkskirchen zu verstecken.

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Christen sind an Homosexuellen schuldig geworden

Heimowski äußerte sich auch zum Umgang mit Homosexualität. Natürlich trete er dafür ein, dass die Ehe allein aus einem Mann und einer Frau bestehe. Dennoch glaube er auch, dass Christen an Homosexuellen schuldig geworden seien, wenn sie diese ausgrenzt hätten. Er wisse, dass er von manchen theologisch konservativen Christen deshalb mit dem Vorwurf konfrontiert werde, „nicht richtig bibeltreu“ zu sein: „Die Spannung muss ich aushalten.“ Zu seinem Dienstverständnis gehöre es jedoch, immer das zu sagen, was er denke, und sich nicht verbiegen zu lassen.

Wenn Kinder keine Christen werden

Die Redakteurin der christlichen Familienzeitschrift „Family“ (Witten), Bettina Wendland, appellierte an christliche Eltern, nicht die Schuld bei sich selbst zu suchen, wenn ihre Kinder keine Christen seien: „Glaube ist immer ein Geschenk.“ Man könne ihn nicht erzwingen. Im Zweifelsfall sei es wichtiger, Kindern und Jugendlichen Freiräume einzuräumen, als sie beispielsweise zu zwingen, jeden Sonntag mit in den Gottesdienst zu gehen.

Gott im Obdachlosen sehen

Die (katholische) Pastoralreferentin und „Wort zum Sonntag“-Sprecherin Lissy Eichert (Berlin) berichtete über ihre Arbeit unter Obdachlosen in Berlin-Neukölln. Es sei ihr Ziel, in jedem Menschen „etwas von Gott zu sehen“. Dadurch lerne sie, Gott besser zu verstehen. So habe sie zusammen mit einem Koch, der zehn Jahre als Obdachloser auf der Straße gelebt habe, einen sozialen Bewirtungsdienst aufgebaut. Es versorge heute Hunderte bedürftiger Menschen mit guten Gerichten. So bleibe soziale Gerechtigkeit nicht länger nur ein Schlagwort, sondern man könne es leben. Eichert gehört der Pallottinischen Gemeinschaft in Berlin an, die auf Pfarrer Vinzenz Pallotti (1795–1850) zurückgeht. Ihr Ziel ist es, die Nachbarschaftskontakte in dem Stadtteil zu fördern.

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