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Beobachtungsstelle
02. Mai 2018

Intoleranz gegen Christen in Europa nimmt zu

Immer wieder werden Grabsteine zerstört. Foto: pixabay.com
Immer wieder werden Grabsteine zerstört. Foto: pixabay.com

Wien (idea) – Die Feindseligkeiten gegen Christen in Europa nehmen offenbar zu. Darauf deuten Erkenntnisse der „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen“ (Wien) hin. Sie legte am 1. Mai ihren Bericht für die Jahre 2016 und 2017 vor. Dokumentierte die Beobachtungsstelle 2015 noch 180 Vorfälle, so waren es 2016 bereits 250 und 2017 über 275. Die Bandbreite reicht von antichristlichen Aktionen in Medien, Benachteiligungen durch Gesetze bis hin zu gewalttätigen Übergriffen auf Christen, Kirchen und Friedhöfe. Einige Christen seien wegen ihres Glaubens sogar getötet worden. Hinzu kämen seit 2015 verstärkt Bedrohungen von christlichen Flüchtlingen. In der Erhebung seien aber nicht alle Fälle erfasst, schreibt die Direktorin Ellen Fantini in einem Vorwort. Ziel der Beobachtungsstelle sei es, Opfer von Intoleranz und Diskriminierung zu ermutigen, ihre Geschichten zu erzählen und Menschen dafür zu sensibilisieren, dass das Phänomen ernst genommen werden müsse.

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Acht Fälle in der Schweiz, darunter der BASPO-Entscheid

Der Report dokumentiert acht Fälle in der Schweiz. Diese reichen vom Fussballer Neymar, dessen Stirnband mit der Aufschrift „100 Prozent Jesus“ von der Fifa zensiert wurde, über zerstörte Gräber und angezündete Bibeln, bis zum Pflegeheim der Heilsarmee, das in seinen Räumen Sterbehilfe zulassen musste. Auch der Entscheid des BASPO, christliche Jugendverbände von J+S auszuschliessen, wird darin dokumentiert.

Für Deutschland sind 57 Vorfälle aufgelistet

Im Blick auf Deutschland listet die Beobachtungsstelle 57 Vorfälle auf. Neben Berichten über Angriffe auf christliche Flüchtlinge und Kirchenschändungen sind Verunglimpfungen von theologisch konservativen Christen enthalten – etwa durch die „Süddeutsche Zeitung“ im Juni 2016 nach der Bluttat von Orlando (US-Bundesstaat Florida). Ein US-Bürger mit afghanischen Wurzeln hatte in einem bei Homosexuellen beliebten Club 49 Personen erschossen. Daraufhin schrieb der Berlin-Korrespondent der Zeitung, Thorsten Denkler, in einem Kommentar: „Für diese Tat hätte er genauso gut auch ein evangelikaler Christ gewesen sein können.“ Aufgeführt ist ferner das mittlerweile aus dem Netz genommene „kritische Online-Lexikon zum Antifeminismus“ – „Agent*In“. Unter dem Dach der Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin) war das Lexikon im Juli 2017 online gegangen. Nach heftiger Kritik hatte sich der Vorstand der Stiftung entschuldigt. „Agent*In“ informierte über Personen, Organisationen, Ideologien und Kampagnen, die hinter vermeintlichen Angriffen gegen Feminismus, sexuelle Selbstbestimmung und gleichgeschlechtliche Lebensweisen steckten. Aufgelistet waren dort auch viele theologisch konservative Christen. Die Beobachungsstelle hat nach eigenen Angaben seit 2005 gut 2.100 individuelle Fälle in Europa dokumentiert, in denen Christen diskriminiert wurden.

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