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Religionsfreiheit
20. November 2018

Deutschland sollte Asia Bibi Asyl gewähren

Die Vorstellung der Jahrbücher „Religionsfreiheit 2018“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2018“ durch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Foto: Privat
Die Vorstellung der Jahrbücher „Religionsfreiheit 2018“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2018“ durch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Foto: Privat

Berlin (idea) – Deutschland sollte der pakistanischen Christin Asia Bibi Asyl gewähren. Diese Ansicht vertrat der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), am 20. November vor Journalisten in Berlin. Er sprach bei der Vorstellung der Jahrbücher „Religionsfreiheit 2018“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2018“ durch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die Katholikin Asia Bibi war 2010 zum Tode verurteilt worden, weil sie den Propheten Mohammed beleidigt haben soll. Das Oberste Gericht hob das Urteil in einem am 31. Oktober 2018 verkündeten Richterspruch auf. Die Entscheidung löste massive Proteste radikaler Muslime aus. Die fünffache Mutter wird an einem geheimen Ort in Pakistan versteckt und streng bewacht. Unklar ist, ob sie das Land verlassen darf. Grübel zufolge ist Bibi „ein klassischer Fall von politischem Asyl“. Wenn sie den Wunsch habe, nach Deutschland zu gehen, solle man sie und ihre Familie aufnehmen. Auch der Vorsitzende des Stephanus-Kreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Heribert Hirte (CDU), unterstützte dieses Anliegen. Ihm zufolge hat die Unions-Fraktion die Bundesregierung aufgefordert, in diesem Fall tätig zu werden. Er selbst habe den pakistanischen Botschafter gebeten, sich für die Sicherheit Asia Bibis sowie der Richter, die ihren Freispruch erklärten, einzusetzen. Aufgrund der ungeklärten Sicherheit laute die schwierige Frage allerdings: „Wie kommt sie nach Deutschland?“.

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Schirrmacher: „Verheerende Wirkung“ für Christen Pakistans

Der Herausgeber der Jahrbücher zur Religionsfreiheit und Christenverfolgung, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), erklärte, der Fall Bibi habe auf die Christen Pakistans eine „verheerende Wirkung“. Sie müssten sich fragen, ob sie aus dem Land fliehen sollten oder ob es dafür schon zu spät sei. Schirrmacher zufolge ist es das Ziel das Jahrbücher, sowohl eine Stimme für verfolgte Christen als auch für Anhänger anderer Religionen, bedrohter Völker und auch für Atheisten zu sein. Der Einsatz für die eigene Religion und für andere Religionen seien „zwei Seiten einer Münze“. Schirrmacher ist stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz.

Heimowski: Einsatz für Religionsfreiheit hat größeren Stellenwert bekommen

Laut dem Beauftragten der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz der Bundesregierung, Uwe Heimowski (Berlin), hat der Einsatz für Religionsfreiheit in Deutschland einen größeren Stellenwert bekommen. So sei an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) in Gießen erstmals eine Stiftungsprofessur für Religionsfreiheit und Erforschung der Christenverfolgung“ eingerichtet worden. Die Möglichkeit zum Glaubenswechsel sei der „Lackmustest der Religionsfreiheit“.

IGFM: Religiöser Extremismus schafft Fluchtursachen

Nach Worten des IGFM-Vorstandssprechers, Martin Lessenthin (Frankfurt am Main), entstehen Fluchtursachen dort, wo Regierungen religiösen Extremisten nicht die Grenzen aufzeigen. Weltweit würden Millionen Menschen aufgrund ihres Glaubens diskriminiert, verfolgt oder sogar getötet. Die Situation sei vor allem dann dramatisch schlecht, wenn die betroffene Religionsgemeinschaft eine Minderheit darstelle. Zu den bekanntesten Opfergruppen zählten orientalische und afrikanische Christen, Jesiden, Baha’i, muslimische Rohingya, Sufis, christliche Konvertiten im Iran, Ahmadiyya-Muslime, Kopten in Ägypten sowie Christen und Hindus in Pakistan. Beispielhaft weist die IGFM auf das Schicksal von vier Iranern hin, die jeweils zu zehn Jahren Haft verurteilt wurden, weil sie vom Islam zum Christentum wechselten.

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