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05. April 2018

Vertreibung wegen Obstkonsum?

Jesus als Flugzeug: Ein solcher Umgang mit der Bibel entsetzt viele „Beobachter“-Leser. Foto: Screenshot beobachter.ch
Jesus als Flugzeug: Ein solcher Umgang mit der Bibel entsetzt viele „Beobachter“-Leser. Foto: Screenshot beobachter.ch

„Wie würden heutige Richter Gottes Gebote und die Abenteuer von Maria, Eva und Jesus beurteilen?“ So lautete der Einstieg zum Osterbeitrag des „Beobachters“. Die Autoren prüften Schilderungen der Bibel anhand der heutigen Rechtsprechung. Was die Redaktion als kreativen Einfall betrachtet hatte, fiel bei vielen Lesenden durch.

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Jesus als bemannter Freiballon?

Ein Beispiel: Die Himmelfahrt von Jesus (Lk. 24, 50–53; Apg. 1, 9) wird so beschrieben: „(…) Wenn er sich durch die Einwirkungen der Luft in der Atmosphäre hält, gilt Jesus als Luftfahrzeug und untersteht dem Luftfahrtgesetz. Sein Argument, dass er die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen müsse, da Gott ihn fliegen lasse, lässt das Bundesamt für Zivilluftfahrt nicht gelten.“ Und weiter: „Ob Jesus nun als bemannter Freiballon oder als nicht motorisch angetriebenes Luftfahrzeug eingestuft wird: Er muss nachweisen, dass er luftfahrtüchtig ist und alle Vorschriften erfüllt. Dann kann er sich im schweizerischen Luftfahrzeug­register eintragen lassen und darf fliegen.“

„Augenzwinkernde Weise“

Auf die gleiche Weise bewertet wurden unter anderem die Berichte über Kain und Abel, Adam und Eva und Marias Schwangerschaft. Zur Schilderung der Geschichte von Noah (1. Mose 6,5 ff.) stellt „Der Beobachter“ unumwunden fest: „Dass Gott wegen Völkermords verurteilt wird, ist klar.“

Es hagelte Reklamationen und Kündigungen. Schliesslich entschuldigte sich Chefredaktor Andres Büchi in aller Form. Der Artikel habe „in einer augenzwinkernden Weise“ zeigen wollen, dass sich die Vermittlung einer Werteordnung im Laufe der Zeit deutlich verändert habe. Offenbar wusste die Redaktion nicht, was sie tat. (idea/rh)

www.beobachter.ch

 

 

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