Donnerstag • 19. Oktober
Neue Jugendserie
27. September 2017

SRF sendet Anleitungen zur Masturbation

Die neue Jugendserie „Youngbulanz“ des SRF. Foto: Screenshot SRF
Die neue Jugendserie „Youngbulanz“ des SRF. Foto: Screenshot SRF

(idea) -  Anfang Septemper startete das SRF mit „Youngbulanz“ eine neue Webserie für Kinder und Jugendliche. Die Inhalte reichen von Tipps zum Loswerden von Pickeln über das „perfekte Selfie“, bis zu Anleitungen für die Masturbation für Jungs und Mädels. Die Moderatoren nehmen dabei kein Blatt vor den Mund und bedienen sich teils deftiger Jugendsprache. Zu sehen sind die Clips auf der Website und auf einem eigenen Youtubekanal.

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Herzog: Billag-Gebühren verschleudert

Nun melden sich Stimmen aus der Politik, die sich gegen solche Inhalte in gebührenfinanzierten Sendungen wehren. Gegenüber der „20 Minuten“ erklärte SVP-Nationalrätin Verena Herzog: „Das SRF kann es sich nicht leisten, Billag-Gebühren einzutreiben, um die Gelder dann für solche Sendungen zu verschleudern.“ Die Jugend könne solche sexuellen Themen auch ohne ein öffentliches Medienhaus abhandeln. Sonst empfehle sie Hilfe von einer Fachperson. Und weiter: „Teilt der Bundesrat meine Ansicht nicht, gibt dies der Abstimmung über die No-Billag-Initiative sicher weiteren Aufschwung.“ Auch Alois Gmür (CVP) ergänzt: „Wir brauchen keine Sendungen, an denen sich junge Leute aufgeilen können – und schon gar nicht in einem gebührenfinanzierten Fernsehen.“

EDU: Sexualität als kurzlebiger Selbstzweck propagiert

Auch die EDU prangert das SRF in einer Mitteilung an: „Ungeachtet der Konzessionsvorgaben, der erklärten SRF-Grundsätze und der angeblichen Qualitätskontrollen missbraucht SRF öffentliche Gelder zur Verbreitung vulgärer Programme ohne jeglichen Beitrag zur gesunden Entwicklung der Bevölkerung.“ Es dürfe nicht sein, dass die öffentlich-rechtliche Medienhaus Formate verbreitet, in denen „Sexualität jegwelcher Ausdrucksform zum kurzlebigen Selbstzweck ausserhalb stabiler Beziehungen degradiert wird“.

SRF: Sexuelle Aufklärung gehört zum Lehrplan 21

Unterstützung erhält die SRG von SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, die gegenüber „20 Minuten“ meint:  „Sexuelle Aufklärung und Prävention zu betreiben, sei eine Aufgabe des öffentlichen Fernsehens. Dazu gehören nun mal auch Tabuthemen.“ Wer sich an der Sendung störe, könne sich an den Ombudsmann wenden. Stefano Semeria, Bereichsleiter Junge Zielgruppe beim SRF, verteidigt die Sendungen so: „Wir wollen unter anderem zeigen, dass ein freier und selbstbestimmter Zugang zum Thema Sexualität nichts mit den normierenden Darstellungen von Pornografie zu tun hat.“ Zudem sei die sexuelle Aufklärung ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans 21.

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