Dienstag • 2. März
Josef Birrer
23. Januar 2021

Von Buddha zu Jesus

Josef Birrer mit einem buddhistischen Lehrer. Foto: zvg
Josef Birrer mit einem buddhistischen Lehrer. Foto: zvg

(IDEA) - "Ich befand mich im freien Fall. Weit unten sah ich einen See aus Feuer. Irgendwann würde ich da hineinstürzen ... Ein Traum!" Zehn Jahre lang war der heute 52-jährige Josef Birrer auf seinem spirituellen Weg im tibetischen Buddhismus und in der Esoterik auf der Suche nach der letzten Wahrheit. "Ich meditierte regelmässig und bemühte mich, der Erleuchtung, dem höchsten Ziel, näher zu kommen", erinnert er sich. Was sollte also dieser Traum?

ANZEIGE

Er war doch auf dem Weg nach oben ...

Ein paar Jahre später war er wieder im freien Fall, in seinem Auto, das dem Talboden entgegenstürzte. Diesmal war es kein Traum! Nach einer Bergtour in Kalifornien hatte er auf der Fahrt ins Tal die Kontrolle über das Steuer verloren und war über die Klippe gefahren. "Der unfrei- willige Flug verging im Zeitlupentempo. Plötzlich schrie mein Herz: 'Gott, bitte hilf mir!'" So hatte er noch nie gebetet. Nach dem Gebet krachte es und alles drehte sich. Irgendwo blieben sie stecken, er und sein Begleiter, beide unverletzt. In dieser Nacht durchströmte ihn tiefe Gewissheit: "Gott existiert! Gott sieht und hört zu! Gott hilft, wenn man ihn von Herzen anruft!" Doch eine Frage stellte sich: Wer ist dieser Gott?

Ein aussergewöhnlicher Sonntagmorgen

Nebst seiner Suche im Himalaja begann der diplomierte Forstingenieur und Lehrer in der Bibel zu forschen. Er besuchte christliche Gottesdienste und fand Anschluss an einen Gebetskreis. Und dann geschah es: "Eines Morgens beim Aufwachen war mein Herz durchflutet von Freude und Kraft wie nie zuvor. Ein einziger Gedanke durchströmte mich: Jesus Christus starb am Kreuz für mich, und das ist der Schlüssel für alles, was ich suche!"

Josef Birrer empfand eine tiefe Gewissheit, dass Jesus Christus dieser Gott ist, und dass sein Hunger nach absoluter Wahrheit und Erleuch tung bei ihm gestillt wird. Heute kann er es mit einem Bibelvers umschreiben: "Gott hat beschlossen, mit der ganzen Fülle seines Wesens in Jesus Christus zu wohnen und durch ihn das ganze Universum mit sich zu versöhnen. Dadurch, dass Christus am Kreuz sein Blut vergoss, hat Gott Frieden geschaffen" (Kolosser 1,19-20). Jesus Christus starb also für seine Schuld am Kreuz, und Jesus stand nach drei Tagen aus dem Grab auf, um zu zeigen, dass der Tod keine Macht über ihn hat. So lernte der Schweizer Buddhist den einen, ewigen Gott kennen, der inneren Frieden schenken will.

Und Buddha?

Und was denkt Josef Birrer, der mittlerweile Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Sargans SG ist, heute über Buddha? Der historische Buddha habe versucht, der letzten Wahrheit auf die Spur zu kommen. Am Ende seines Lebens habe er gewusst, dass er sein Ziel nicht erreicht habe. "Kurz vor seinem Tod sagte er zu seinem Lieblingsjünger Ananda, dass seine unvollkommene Lehre 500 Jahre Bestand haben werde, um dann von einer vollkommenen Lehre abgelöst zu werden", erklärt Pastor Birrer, abgestützt auf Fachliteratur. Buddha habe das Kommen von Jesus Christus vorausgesehen. "Gut 500 Jahre nach Buddha wurde Gott in Jesus Christus Mensch", ist sich Birrer gewiss.

Erleuchtung als Versöhnung mit Gott

"Die Versöhnung durch Christus umfasst alles, was auf der Erde, und alles, was im Himmel ist. Auch ihr seid darin eingeschlossen", zitiert Josef Birrer weiter aus dem Kolosserbrief. Und er sagt dazu: "Die letzte Wahrheit ist nicht ein undefinierbares Nirwana, sondern eine Person. Erleuchtung ist nicht ein undefinierbarer Zustand der inneren Leere und gleichzeitig Fülle, sondern die erfüllende Gemeinschaft mit Gott, der mit uns in einer persönlichen Beziehung leben will." Gott höre Menschen nicht nur, wenn sie in der Not nach ihm schreien. Er höre sie auch, wenn sie ihm im Gebet sagen, dass sie sein Angebot der Versöhnung annehmen und ihn persönlich kennen lernen wollen. Im Gegensatz zum Nirwana des Buddhismus stehe die Aussage von Jesus in Johannes 10,10: "Ich bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen - Leben in ganzer Fülle."

Wie mit Buddhisten sprechen?

Ab und zu wird Josef Birrer gefragt, worauf in Kontakten von Christen mit Buddhisten zu achten sei. "Frage danach, was der Buddhist genau sucht, und erzähle ihm, wie Jesus Christus das in dein Leben bringt", ist eine seiner Antworten. "Rede zeugnishaft und schildere, was du mit Gott erlebst." Es sei wichtig, den spirituellen Bemühungen und dem Wunsch, Erleuchtung zu erlangen, Anerkennung und Wertschätzung entgegenzubringen. Das gemeinsame Gebet mit dem buddhistischen Gegenüber könne auf diese Suche eingehen. Das Johannes-Evangelium, das von Wahrheit, Licht und Lebens- fülle spreche, könne eine Hilfe sein. Auch die Schuldproblematik könnte aufgenommen werden mit der Frage: "Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand anders dein Karma auf sich nehmen würde, damit du erleuchtet werden kannst?" Einen fruchtbaren Dialog über die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen Buddha und Jesus und zwischen den vier grundlegenden, edlen Wahrheiten des Buddha und der Lehre von Jesus Christus hält Josef Birrer für durchaus möglich.

 

Gebet für die Welt des Buddhismus

Für die Tage vom 28. Januar bis zum 11. Februar ruft die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) auf, für die Welt des Buddhismus zu beten. Sie hat dazu eine Gebetsbroschüre veröffentlicht. Zählt man die Menschen dazu, die zu Fragen des Lebens primär im Wertesystem des Buddhismus Hilfe suchen, hat der Buddhismus heute 1,29 Milliarden Anhänger und zählt damit zu den vier grossen Weltreligionen.