Sonntag • 19. Mai
GGE-Vorsitzender Dobers
19. April 2019

Notre-Dame-Brand ein „prophetisches Zeichen“?

Der Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche (GGE), Pfarrer Henning Dobers. Foto: Privat
Der Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche (GGE), Pfarrer Henning Dobers. Foto: Privat

Hannoversch Münden (idea) – War der Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ein „prophetisches Zeichen“? Das fragt der Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung (GGE) in der Evangelischen Kirche (GGE), Pfarrer Henning Dobers (Hannoversch Münden), im Oster-Rundbrief dieser charismatischen Bewegung. Nach seiner Ansicht hat das Geschehen tiefere geistliche Dimensionen. Dobers: „Es brennt unsere christlich-kulturelle Identität.“ Betroffen sei die berühmteste Kirche Frankreichs, eine der herausragenden Kirchen in Europa „und das alles in der Karwoche“. Notre-Dame stehe auch zeichenhaft für die alte Kirche in Europa. Sie sei die erste gotische Kirche überhaupt auf europäischem Boden.

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Das apostolische Evangelium hat den Brand unbeschadet überstanden

Dobers hält es ferner für keinen Zufall, dass wenige Tage vor dem Brand 16 Kupferfiguren für Restaurierungsarbeiten vom Dach der Kathedrale geholt wurden. Dies seien nicht irgendwelche Figuren gewesen, sondern die zwölf Apostel und die vier Evangelisten. Auch das goldene Altarkreuz sei trotz herabgestürzter Trümmer stehen geblieben. Das alles zeigt laut Dobers, dass das apostolische Evangelium den Brand unbeschadet überstanden habe.

„Wir brauchen heilige Orte der Begegnung mit Gott“

Zur Ankündigung, dass die Kathedrale möglichst bald wieder aufgebaut werden soll, schreibt der Theologe: „Es geht um mehr als nur ein berühmtes Gebäude. Es geht um unsere Identität. Menschen, Länder, Nationen, Europa – wir spüren neu, dass wir einen Transzendenzbezug brauchen, eine innere Mitte, ein uns vorgegebenes, tragendes Wertesystem. Wir brauchen heilige Orte der Begegnung mit Gott.“ Dobers regt an, sich einmal Dörfer und Städte ohne Kirchen an den zentralen Plätzen vorzustellen: „Es würde der Nimbus, die Orientierung und die Korrektur des Ewigen in unserer Alltagstrivialität fehlen. Kirchen sind aufeinander gemauerte Steine, die selbst in gottferner Zeit immer noch reden.“

Zunächst einmal innehalten: Will uns Gott etwas sagen?

Er hoffe, so Dobers, dass man sich jetzt genügend Zeit nehme, die Trauer und den Schock auszuhalten und nicht allzu schnell zur geschäftigen Tagesordnung übergehe: „So wunderbar und wichtig es, dass viele Menschen große und kleine Summen geben werden, die den Wiederaufbau ermöglichen werden, dass in Frankreich, Europa und weltweit Menschen zusammenstehen und mithelfen wollen, so wichtig wäre es jetzt, zunächst innezuhalten und sich den Fragen zu stellen, die jenes Feuer vom 15. April möglicherweise grundsätzlich aufwirft: Könnte in dem allen nicht ein Reden Gottes verborgen sein? Wenn ja, was ist die Botschaft? Und was sind unsere Antworten auf dieses mögliche Reden Gottes?“

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