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idea-Umfrage
21. Oktober 2019

Studentenzahl an evangelikalen Ausbildungsstätten wächst weiter

Die neue Studentengeneration unterscheide sich von ihren Vorgängern deutlich, sagte der Direktor des Marburger Bildungs- und Studienzentrums, Klaus Meiß. Symbolbild: pixabay.com
Die neue Studentengeneration unterscheide sich von ihren Vorgängern deutlich, sagte der Direktor des Marburger Bildungs- und Studienzentrums, Klaus Meiß. Symbolbild: pixabay.com

Wetzlar (idea) – Die Zahl der Studenten an evangelikal geprägten theologischen Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum ist im sechsten Jahr in Folge gestiegen. Sie erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 4.542 (2018: 4.448). Das ergab eine Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) bei 45 Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Laut dem Vorsitzenden der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA), Prof. Stephan Holthaus (Gießen), ist die Zahl freier Stellen für Theologie-Absolventen sehr groß. Es gebe viel mehr freie Stellen als Bewerber. Allerdings sinke die Bereitschaft, in den pastoralen Dienst zu gehen. Viele Absolventen zweifelten daran, ob sie den Anforderungen und der Arbeitsbelastung gewachsen seien: „Die Angst vor dem Pastorenberuf ist größer geworden.“

Holthaus zufolge nimmt das Angebot an Kombi-Studiengängen wie „Theologie und Soziale Arbeit“ zu. Dies verdecke, dass an vielen evangelikalen Ausbildungsstätten die Zahl der Studenten des klassischen Theologie-Studiengangs abnehme.

Ferner beobachtet Holthaus eine Zunahme von berufsbegleitender Weiterbildung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, etwa das „K5-Leiterschaftstraining“. Holthaus: „Der Bildungshunger ist immer noch da.“ Die 1963 gegründete KBA umfasst 35 theologische Ausbildungsstätten. Sie bekennen die „göttliche Inspiration und die Unfehlbarkeit der ganzen Heiligen Schrift“.

Wie die „Generation Greta“ tickt

Der Sprecher der Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten (KMA), der Direktor des Marburger Bildungs- und Studienzentrums, Klaus Meiß, sagte idea, die neue Studentengeneration unterscheide sich von ihren Vorgängern deutlich.

Wenn sie einmal von etwas überzeugt sei, bringe die „Generation Greta“ sich voll ein. Sie suche eine Ausbildung auf Augenhöhe und fordere viel stärker Respekt und Mitentscheidungsrechte ein. Zudem prüfe sie intensiver, bevor sie sich für ein Studium entscheidet. Wenn diese jungen Christen jedoch merkten, dass es doch nicht für sie passe, brächen viele ihr Studium ab.

Die KMA wurde 1971 gegründet. Zu ihr gehören 13 theologische Ausbildungsstätten. Sie orientieren sich an biblisch-reformatorischer Theologie, dem Pietismus und dem Erbe der Bekennenden Kirche.

Neues aus den Ausbildungsstätten

Neu gegründet wurde die Bibelschule Siloah. Sie gehört zum Missionswerk der evangelisch-lutherischen Brüdergemeinden und bietet in Grebenhain (Vogelsberg) eine dreijährige theologische Ausbildung an. Sie gehört der KBA an. Schulleiter ist Georg Ballardt.

Das Bibelseminar Bonn hat ein Institut für Theologie und Musik gegründet. Leiter ist Johannes Schroeder. Das European Nazarene College (Linsengericht/Main-Kinzig-Kreis) bietet ab diesem Studienjahr das Programm „Pastorale Berufsausbildung“ an.

Die höhere Fachschule wird von der Kirche des Nazareners, einer evangelischen Freikirche mit etwa 1.100 Mitgliedern, betrieben. Die Theologische Akademie Stuttgart ist als Gastmitglied der KBA aufgenommen worden. Träger ist die unabhängige charismatische Gemeinde Gospel Forum.

Leitungswechsel in Adelshofen, Hermannsburg und Korntal

Neuer Leiter des Theologischen Seminars Adelshofen (bei Heilbronn) ist Alexander Stavnichuk. Er wird im November auf Manfred Baumert folgen. Neuer Rektor der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (bei Celle) ist Prof. Wilhelm Richebächer. Er trat die Nachfolge von Prof. Frieder Ludwig an. Auch die AWM (ehemals: Akademie für Weltmission/Korntal bei Stuttgart) hat einen neuen Rektor: Auf Traugott Hopp folgte Peter Westphal.