Sonntag • 22. Juli
Demo für verfolgte Christen
23. Juni 2018

Parlamentarier, Betroffene und 1200 Demonstranten

1200 Stimmen für verfolgte Christen. Foto: Verfolgung.jetzt
1200 Stimmen für verfolgte Christen. Foto: Verfolgung.jetzt

Bern (idea/sea) - Rund 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens unterdrückt und verfolgt. Um ihnen Gehör zu verschaffen, solidarisierten sich am 23. Juni in Bern Schweizer Parlamentarier, Betroffene aus verschiedenen Ländern und Besucher aus der ganzen Schweiz. Die in der Schweiz lebende, junge iranische Christin Dabrina, die wegen ihres Glaubens in ihrer Heimat für einige Zeit im Gefängnis war, erklärte: "Im März 2009 wurde unsere Gemeinde geschlossen. Ich wurde verhaftet und verhört. 2014 zu Weihnachten wurde mein Vater verhaftet, der bis heute in Gefangenschaft ist, 2016 mein Bruder. Allen wurde versprochen: Schwört dem christlichen Glauben ab und ihr werdet frei."

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445 Tage in Haft
Via Video zugeschaltet war der christliche Entwicklungshelfer Petr Jasek. Der Tscheche war wegen seines Glaubens während 445 Tagen im Sudan inhaftiert und wurde hinter Gittern von Mithäftlingen mit IS-Hintergrund angegangen. Aus Angst selbst Opfer zu werden, hatte das Wachpersonal Jasek nur ungenügend geschützt.

Bedrohung hat zugenommen
Der Berner EVP-Grossrat und SEA-Generalsekretär Marc Jost moderierte ein Gespräch zum Thema "Christenverfolgung" mit den vier Nationalräten Gerhard Pfister (CVP), Marianne Streiff (EVP), Erich von Siebenthal (SVP) und Laurent Wehrli (FDP). Gerhard Pfister betonte: "Die Bedrohung gegenüber Christen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Für mich und weite Kreise in der Schweizer Politik ist es wichtig, dass wir tun, was wir tun können. Wenn man nur darauf aufmerksam machen kann, hat man schon eine Menge erreicht."

Flashmob als einprägsames Zeichen
Umrahmt wurde der Abend durch die Auftritte von vier Künstlern und Interpreten: Die Band "Ligu Lehm", Philippe Decourroux, Stefan "Sent" Fischer und Carine Fuenzalida mit Tanzgruppe waren beim fünften Anlass der Solidaritätsaktion "Verfolgung.jetzt" dabei. Ein einprägsames Zeichen hinterliess ein sogenannter Flashmob. Bei diesem trugen alle Besucher der Kundgebung weisse Masken. Zunächst standen sie regungslos da, fielen beim anschliessenden Pfiff zu Boden und nahmen nach einem weiteren Pfiff eine betende Haltung ein. OK-Chef Patrick Schäfer ist mit der Aktion zufrieden: "Unser Anliegen, die Aufmerksamkeit auf die verfolgten Christen zu lenken und ihnen Gehör zu verschaffen, haben wir erreicht. Wichtig ist, dass eine Sensibilisierung stattgefunden hat. Das Ende dieses Anlasses bedeutet gleichzeitig den Ausgangspunkt einer wachsenden Solidarität."

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