Montag • 22. Januar
Wenn gleich nicht gleich ist
12. Januar 2018

Karmeliter-Mönch wird befristete Einreise verweigert

In den letzten Jahren entstand durch indische Mönche in Kleinbasel unter dem Dach der St. Clara­kirche eine diakonische Arbeit. Die Mönche hätten nun vorübergehend Unterstützung durch einen weiteren Bruder erhalten sollen. Doch diesem wird der Aufenthalt verweigert.

ANZEIGE

Bei der Pharma geht es auch

Dies stösst der Basler EVP sauer auf. EVP-Grossrätin Annemarie Pfeifer fordert Gleichbehandlung. Sie votiert: „Wenn die Pharmaindustrie Praktikanten aus Drittstaaten einlädt für drei, vier Monate, dann sind diese Einreisebegehren genau gleich anzuschauen wie jene der katholischen Kirche.“

Der karmelitische Mönch Jacob Lalu möchte in Basel Deutsch lernen und sich nebenbei in der Seelsorge in Spitälern und Altersheimen betätigen – ehrenamtlich. Pfeifer reicht nun im Grossen Rat einen Vorstoss ein und fordert, dass der Regierungsrat seine Strategie der Einreisepraxis von Seelsorgern aus dem Ausland verändert und christliche Seelsorger nicht diskriminiert. Zudem zweifelt sie an der Qualität der Abklärungen zur Erteilung der Einreisebewilligungen. Pfeifer fordert höhere Sensibilität und bessere Ausbildung zur Klärung ähnlicher Einreisebegehren. „Das Personal sollte zumindest in der Lage sein, einen hilfsbereiten Mönch von einem radikalen Hassprediger zu unterscheiden“, meint Annemarie Pfeifer. Zudem ist sie überzeugt, dass es für die katholische Kirche leicht sein müsste, nachzuweisen, dass mit der Einreise dieses indischen Klosterbruders keine einheimische Arbeitskraft verdrängt wird.

Diskriminierung liegt in der Luft

Bisher konnten salafistische Eiferer unbehelligt Schriften verteilen und im Kanton Zürich Gefangene betreuen. Umso mehr irritiert, dass einem christlichen Mönch die Einreise verweigert wird. Darum fordert Pfeifer unmissverständlich: „Christliche Organisationen dürfen gegenüber Industrie und anderen Religionen nicht diskriminiert werden!“ Der Fall liegt jetzt beim Gericht. (idea/hg)

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser fünf Tage kommentiert werden.