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Entwicklung der Religionslandschaft
05. Februar 2021

Glaubenstrends in der Schweiz

(IDEA/dg) - Die evangelisch-reformierten Kirchen mussten in den letzten Jahrzehnten am meisten Federn lassen in Sachen Mitgliederzahlen. Immens gestiegen ist jedoch der Bevölkerungsanteil ohne Religionszugehörigkeit. Das zeigen die neusten Zahlen der Strukturerhebung des Bundesamts für Statistik BFS. 1980 machten die Reformierten noch 45,3 und die Personen ohne Religionszugehörigkeit 3,9 Prozent der über 15-jährigen Bevölkerung aus. 2019 war das Verhältnis nicht ganz umgekehrt, aber mit 22,5 zu 29,5 Prozent doch mit neuer Mehrheit. Die römisch-katholische Kirche war mit 34,4 Prozent im Jahr 2019 noch in Front, weil ihr Abwärtstrend geringer als bei den Reformierten ausfällt. Absolute konfessionelle Mehrheiten hält einzig noch die römisch- katholische Kirche in den traditionell katholischen Kantonen Freiburg, Jura und Wallis sowie weiter östlich Appenzell Innerrhoden, dem Tessin und den Innerschweizer Kantonen.

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Andere christliche Gemeinschaften und Muslime legten in diesen Jahrzehnten gesamtschweizerisch leicht zu und erreichten 2019 5,7 resp. 5,5 Prozent.

Was bedeutet der Glaube konkret?

Angehörige evangelikaler Gemeinden beten laut den BFS-Statistiken am häufigsten. Dies gilt auch für die Regelmässigkeit des Gottesdienstbesuchs, wobei diese Zahlen vor der Corona-Krise erhoben wurden. Auffallend ist, dass fast die Hälfte der Muslime für die zwölf Monate vor der Erhebung angab, nie einen Gottesdienst besucht zu haben. Wöchentlich zum Gottesdienst gingen bei Reformierten 6,7, bei den Katholiken 11,1 und bei den Muslimen 13 Prozent. Auch beim Gebet liegen die Zahlen dieser drei Gruppen nahe beieinander.

Über die Hälfte der ständigen Wohnbevölkerung über 15 Jahre glaubte bei der Erhebung sicher oder eher an eine andere Wirklichkeit neben der materiellen Welt. Fast so viele glauben an ein Leben nach dem Tod. Rund neun von zehn Angehörigen evangelikaler Gemeinden und derselbe Anteil an Muslimen bekannten sich zum Satz "Ich glaube an einen einzigen Gott". Bei Reformierten und Katholiken ist das Bekenntnis wesentlich diffuser.