Freitag • 25. Mai
Fußballtrainer
28. April 2018

Heiko Herrlich: „Ich bete auch für den Gegner“

Der Trainer des Fußball-Bundesligavereins Bayer 04 Leverkusen, Heiko Herrlich. Foto: picture-alliance/Nordphoto
Der Trainer des Fußball-Bundesligavereins Bayer 04 Leverkusen, Heiko Herrlich. Foto: picture-alliance/Nordphoto

Berlin (idea) – Der Trainer des Fußball-Bundesligavereins Bayer 04 Leverkusen, Heiko Herrlich, betet täglich – auch vor jedem Spiel. Das bekennt der 46-Jährige in einem Interview mit dem evangelischen Kulturmagazin „Zeitzeichen“ (Berlin). Er bitte darum, dass alle Akteure gesund bleiben. „Ich bete auch für den Gegner und für die Kraft, in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Dafür, dass ich meine Arbeit gut mache. Manchmal werde ich erhört, manchmal mache ich Fehler.“ Laut Herrlich kann der Glaube gerade in einer ausgeprägten Leistungsgesellschaft wie im Profisport helfen: „Er gibt dir Kraft, er gibt dir Halt und lässt dich verschiedene Ereignisse besser einordnen. Wenn ein Spieler diesen Impuls in sich trägt, dann bestärke ich ihn gern darin.“ Herrlich ist seit seinem 17. Lebensjahr Fußballprofi. Er habe seither viele Situationen erlebt, die ihm gezeigt hätten, „wie schnell Erfolgsmomente auch wieder vorbei sein können“. Diese Erfahrung helfe ihm sehr. Vor allem durch seinen christlichen Glauben sei der Wert Demut für ihn von besonderer Bedeutung, so der Fußballlehrer. Zur Frage, ob es Nächstenliebe im harten Bundesligageschäft gibt, äußerte der evangelische Christ: „Der Leistungsgedanke ist prägend, aber das schließt aus meiner Sicht Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe nicht aus. Ich versuche, das zu leben, betrachte es als meinen christlichen Auftrag.“ Als Trainer habe er in Konfliktsituationen schon oft vor seiner Mannschaft gestanden und den Spielern gesagt: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein ...“ – eine Aussage Jesu Christi (Johannes 8,7). Nach Ansicht Herrlichs kann der Fußball ein Ersatz der Religion sein: „Für mich war er das nie.“

ANZEIGE

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser fünf Tage kommentiert werden.