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Frage der Woche
28. Januar 2020

Fast ein Drittel hält die Klimadebatte für übertrieben

Schüler demonstrieren seit Monaten für ein Umdenken in der Klimapolitik. Foto: www.pixabay.com
Schüler demonstrieren seit Monaten für ein Umdenken in der Klimapolitik. Foto: www.pixabay.com

Erfurt (idea) – Fast ein Drittel der Bürger in Deutschland (32 Prozent) ist der Meinung, dass die Folgen des Klimawandels in der öffentlichen Debatte übertrieben werden. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

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Die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) widersprach der Ansicht. Elf Prozent wussten nicht, wie sie die Debatte einschätzen sollen, vier Prozent machten keine Angabe.

Am seltensten glauben die 18- bis 29-Jährigen an eine Übertreibung (19 Prozent). In dieser Altersgruppe lehnten 61 Prozent die Aussage ab. Auf deutlichen Widerspruch stieß die Ansicht aber auch bei den Befragten ab 60 Jahren (56 Prozent), von denen 36 Prozent an eine Übertreibung glauben. In den anderen Altersgruppen lag die Ablehnung bei 48 bis 49 Prozent.

In den östlichen Bundesländern ist die Ansicht, dass die Folgen des Klimawandels übertrieben werden, weiter verbreitet. Dort wird sie von 40 Prozent der Befragten geteilt – gegenüber 30 Prozent im Westen. Die Aussage wurde von 45 Prozent der ostdeutschen Befragten abgelehnt, im Westen waren es 55 Prozent.

Bei der Aufschlüsselung nach Konfessionen sehen vor allem freikirchliche Befragte (38 Prozent) eine Übertreibung der Debatte, während 48 Prozent von ihnen das nicht glauben. Bei den landeskirchlichen Protestanten lag die Zustimmung dagegen nur bei 30 Prozent – gegenüber 59 Prozent Ablehnung.

Bei den Anhängern der Parteien halten vor allem die AfD-Wähler die Debatte für übertrieben (70 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen die Anhänger der FDP mit 44 Prozent. Bei den Anhängern der übrigen Parteien sind die Befragten, die eine Übertreibung sehen, deutlich in der Minderheit: Bei CDU/CSU sind es 36 Prozent, bei den Linken 25 Prozent, bei der SPD 22 Prozent und bei Bündnis 90/Die Grünen sieben Prozent. Bei den Grünen-Wählern stößt die Aussage entsprechend auf den stärksten Widerspruch (87 Prozent).

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