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Muslimische Kampagne
04. Dezember 2017

Ersetzt „We love Muhammad“ die „Lies!“-Aktion?

„We love Muhammad“- Verteilaktion in Biel. Foto: facebook/welovemuhammad
„We love Muhammad“- Verteilaktion in Biel. Foto: facebook/welovemuhammad

Seit mehreren Monaten werben junge Männer für den muslimischen Propheten Mohammed. „We love Muhammad“ heisst die Kampagne und das Buch, das sie auf den Strassen verteilen. Das berichtete das Schweizer Fernsehen SRF1 am 30. November.

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Das Buch ist laut Reinhard Schulze, Islamwissenschaftler an der Universität Bern, „keine wirklich gefährliche Islaminterpretation“. Das Werk beruhe auf einer Übersetzung aus den 1960er Jahren und sei sprachlich modernisiert worden. Im Buch werde weder zu Gewalt gegenüber Ungläubigen noch zum Jihad  aufgerufen, so Schulze weiter.

Manipulation und Instrumentalisierung

Nicht ganz so positiv eingestellt ist Ahmad Mansour. Als Psychologe und Berater für Deradikalisierung beschäftigt er sich seit Jahren mit dem Thema der Radikalisierung von jungen Menschen. Gegenüber SRF1 tat er über die Gefahr einer solchen Kampagne seine Meinung kund.

Wenn jemand „ein Islamverständnis verbreitet, das Menschen entmündigt“, dann schaffe er die „Disposition für Manipulation und Instrumentalisierung dieser Jugendlichen“, so Mansour. Entmündigt werde man dadurch, dass man strikt nach einem bestimmten Vorbild – hier Mohammed – lebe.

Bundesbehörden sehen keine Gefahr

Die Schweizer Bundesbehörden sehen bis jetzt noch keine Gefahr in der Kampagne, so SRF1 weiter. Da bis jetzt –im Gegensatz zur „Lies!“-Aktion – noch keine Jihadreisen der Aktivisten bekannt seien und ebenso keine Strafverfahren gegen diese liefen. Mehrere junge Männer sollen jedoch schon bei der Aktion „Lies!“ dabei gewesen sein.

Einzig im Kanton Aargau wurde bis jetzt etwas dagegen unternommen, so SRF1. So hat die Kantonspolizei Aargau vergangene Woche „We love Muhammad“-Aktivisten des Platzes verwiesen, als sie das Buch verteilten.

Das letzte Mal waren die jungen Männer laut SRF in Biel unterwegs. Lanciert wurde die Kampagne vom deutschen Konvertiten und Prediger Pierre Vogel, der laut SRF1 im Visier des deutschen Geheimdienstes ist. Zur Kampagne gehört auch die App für Handys, die Gebetsanweisungen und Hörbücher für Kinder anbietet. (kath.ch/ft)

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