Mittwoch • 25. November
Geschäftsberichte 2019
26. Oktober 2020

DAX-Unternehmen wenden sich von gendergerechter Sprache ab

Im Adidas-Geschäftsbericht heißt es etwa, „auf geschlechterspezifische Formulierungen wie Mitarbeiter (innen) oder Konsument (innen)“ werde verzichtet. Foto: idea/Jelena Simmer
Im Adidas-Geschäftsbericht heißt es etwa, „auf geschlechterspezifische Formulierungen wie Mitarbeiter (innen) oder Konsument (innen)“ werde verzichtet. Foto: idea/Jelena Simmer

Siegburg (idea) – Während immer mehr Institutionen eine sogenannte gendergerechte Sprache benutzen – etwa Universitäten und öffentliche-rechtliche Sender – gibt es in den Jahresberichten großer Konzerne einen gegenläufigen Trend. Das berichtete das „PR-Journal“, das Online-Portal für PR und Kommunikation, mit Sitz in Siegburg.

ANZEIGE

Dessen Autor Manfred Piwinger hatte dazu die Geschäftsberichte des Jahres 2019 von Unternehmen aus dem DAX (Deutscher Aktienindex) ausgewertet. Sein Fazit: „Im Vergleich zu den Vorjahren ist tendenziell eine Abkehr von Doppelbenennungen erkennbar.“

Zur Erläuterung: Zum Beispiel wird die Bezeichnung „Mitarbeiter“ verwendet und nicht zusätzlich „Mitarbeiterinnen“. Die Konzerne begründeten dies mit der „besseren Lesbarkeit“, „Vereinfachungsgründen“ oder „der Vereinfachung der Sprache“. Das PR-Journal nennt 16 Beispiele, darunter Adidas, Bayer, BMW, Daimler, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Henkel, RWE und Volkswagen.

So heißt es im Adidas-Geschäftsbericht, „auf geschlechterspezifische Formulierungen wie Mitarbeiter (innen) oder Konsument (innen)“ werde verzichtet. Die gewählte männliche Form stehe „stellvertretend für alle Geschlechter“. Bei Volkswagen heißt es: „Wir bitten unsere Leserinnen und Leser um Verständnis, dass wir aus Gründen der Sprachvereinfachung die maskuline grammatische Form verwenden.“