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Weltmeisterschaft
07. Juni 2018

Brasilien: Fußballverband untersagt Spielern gemeinsames Gebet

Brasiliens Fußballnationalspieler waren in der Vergangenheit oft durch religiöse Gesten aufgefallen. So trug Kapitän Neymar bei den Olympischen Spielen 2016 ein weißes Stirnband mit der Aufschrift „100 % Jesus“. Foto: picture-alliance/SvenSimon
Brasiliens Fußballnationalspieler waren in der Vergangenheit oft durch religiöse Gesten aufgefallen. So trug Kapitän Neymar bei den Olympischen Spielen 2016 ein weißes Stirnband mit der Aufschrift „100 % Jesus“. Foto: picture-alliance/SvenSimon

Rio de Janeiro (idea) – Die Spieler der brasilianischen Fußballnationalmannschaft dürfen bei der am 14. Juni in Russland beginnenden Fußballweltmeisterschaft nicht gemeinsam beten. Das hat der Fußballverband des südamerikanischen Landes angeordnet. Wie die Tageszeitung „O Globo“ (Der Globus/Rio de Janeiro) berichtet, wünscht das Trainerteam, dass die Spieler weder auf dem Platz noch im Mannschaftshotel zum Gebet zusammenkommen. Das Verbot soll Konflikte zwischen den unterschiedlichen Konfessionen innerhalb der Mannschaft verhindern. Viele der brasilianischen Nationalspieler gehören evangelikalen Pfingstkirchen an, während die Katholiken in der Minderheit sind. Brasiliens Fußballnationalspieler gelten als besonders fromm. In der Vergangenheit waren sie oft durch religiöse Gesten und Gebete auf dem Platz aufgefallen. So trug der Kapitän und Superstar Neymar nach dem Turniersieg bei den Olympischen Spielen 2016 ein weißes Stirnband mit der Aufschrift „100 % Jesus“. Seit seiner Kindheit gehört Neymar der pfingstkirchlichen Gemeinde „Igreja Peniel“ in São Vicente im brasilianischen Bundesstaat São Paulo an. Auf seinem Twitter-Profil schreibt er über sich selbst: „Sohn Gottes, Vater, glücklich und mutig!“. Bei der WM 2014 in Brasilien wurde er von seinem Pastor mit Andachten und Bibeltexten über WhatsApp versorgt. Auch andere Spieler hatten in der Vergangenheit durch Aufschriften auf T-Shirts unter ihren Trikots auf ihren christlichen Glauben aufmerksam gemacht. Einige Spieler gründeten Bibelkreise. Das soll sich nun ändern. Laut Verband sei der WM-Auftritt und die Arbeit der Mannschaft von nun an „laizistisch“ (von der Religion getrennt). Allerdings werde man vor jedem Spiel in der Kabine gemeinsam um göttlichen Schutz für die Mannschaft bitten. Auch der Weltfußballverband FIFA (Zürich) hat ähnliche Regeln. So ist den Spielern jegliches religiöse Verhalten auf dem Platz verboten. Allerdings geht es der FIFA nicht um Konflikte zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen. Vielmehr wollen viele Sponsoren nicht mit einer Religion in Verbindung gebracht werden.

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