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Berlin
11. Juni 2018

Feinde und Freunde Israels gingen auf die Straße

An zwei proisraelischen Gegendemos nahmen je mehrere Hundert Bürger teil. Foto: picture-alliance/Pacific Press
An zwei proisraelischen Gegendemos nahmen je mehrere Hundert Bürger teil. Foto: picture-alliance/Pacific Press

Berlin (idea) – Feinde und Freunde Israels sind am 9. Juni in Berlin auf die Straße gegangen. Anlass war der antiisraelische Al-Quds-Marsch. Zum Hintergrund: Al Quds ist der arabische Name für Jerusalem. Jedes Jahr an diesem Tag ruft der Iran weltweit zur Eroberung Jerusalems auf. Das Land unterstützt die radikal-islamische Hisbollah, die Israel mit Terror bekämpft. Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund 1.600 Personen an den Anti-Israel-Protesten und damit deutlich weniger als erwartet. Die Demonstrationen seien im Vergleich zu den Vorjahren weitestgehend friedlich verlaufen. An zwei proisraelischen Gegendemos nahmen je mehrere Hundert Bürger teil. Sie zeigten Flaggen mit der Aufschrift „Kein Platz für Judenhass“ sowie „Lang lebe Israel!“. Der Al-Quds-Marsch ist öffentlich stark umstritten. Gegenüber der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ forderte die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) ein Verbot der Demonstration. „Der Al-Quds-Tag muss dringend verboten werden, weil er einen unverhohlenen Aufruf zum Judenhass und zur Volksverhetzung darstellt“, so die DIG-Vizepräsidentin Maya Zehden. Die Genehmigung sei eine Schande für die Hauptstadt. „Das Demonstrationsrecht hat an der Stelle seine Grenze, wo gegen Juden gehetzt und zur Auslöschung Israels aufgerufen wird.“ Der Antisemitismusbeauftragte der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Sigmount Königsberg, sagte der Zeitung, die Kundgebung sei „ein Sammelbecken für Islamisten, Anhänger der Hisbollah, der Hamas, Neonazis und Israel hassende Linke, die die Demokratie und die freiheitlich-liberale Gesellschaft bekämpfen“.

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