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Texas-Amoklauf
09. November 2017

Vizepräsident Mike Pence besucht Überlebende

US-Vizepräsident Mike Pence sprach beim Gedenkgottesdienst der Opfer des Amoklaufs in der Baptistengemeinde von Sutherland Springs. Foto: picture-alliance/AP Photo
US-Vizepräsident Mike Pence sprach beim Gedenkgottesdienst der Opfer des Amoklaufs in der Baptistengemeinde von Sutherland Springs. Foto: picture-alliance/AP Photo

Sutherland Springs (idea) – US-Vizepräsident Mike Pence hat am Abend des 8. November an einem Gedenkgottesdienst für die Opfer des Amoklaufs in der Baptistengemeinde von Sutherland Springs im US-Bundesstaat Texas teilgenommen. Der 26-jährige ehemalige US-Soldat Devin Kelley hatte am 5. November 26 Gottesdienstbesucher getötet. Die Gedenkfeier fand im Football-Stadion einer Schule in der Nähe der Gemeinde statt. Der Wunsch des Attentäters sei es gewesen, das Glaubensbekenntnis der Christen zum Schweigen zu bringen, sagte Pence. Das sei nicht gelungen. An die Angehörigen gerichtet betonte er: „Der Glaube ist stärker als das Böse. Er ist das Gegenmittel gegen Angst und Verzweiflung.“ Ihm zufolge war die Schießerei in der Baptistengemeinde das schlimmste Attentat in einer Kirche in der US-Geschichte. Den Täter nannte er „geistesgestört“. Am Ende seiner Ansprache bat Pence seine Ehefrau Karen, ein Gebet zu sprechen. Sie sagte, dass ihre Familie an die Macht des Gebetes glaube.

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Texanischer Gouverneur: Gott hat mich nie aufgegeben

Der texanische Gouverneur Greg Abbot berichtete in dem Stadion von seinem Unfall im Jahr 1984, als er beim Joggen von einem Baum getroffen wurde. Er ist seitdem querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Nach dem Unfall habe er Gott infrage gestellt: „Aber wissen Sie, wer mich nie aufgegeben hat? Gott.“ Er ermutigte die Angehörigen, an ihrem Glauben festzuhalten, und bat in einem Gebet Gott um Hilfe und Unterstützung. Vor dem Gottesdienst hatte Pence Überlebende des Attentats im Krankenhaus besucht und sich mit Familien der Opfer getroffen. Gegenüber Journalisten sagte er, dass das Böse in den USA enden müsse. „Bürokratische Fehler“ hätten es dem Schützen Kelley ermöglicht, mehrere Waffen zu kaufen – darunter auch das Sturmgewehr, das er in der Kirche benutzte –, obwohl er während seiner Zeit bei der Luftwaffe in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden war.

Der Täter soll seinen Opfern gezielt in den Kopf geschossen haben

Der New York Times zufolge liegen den Behörden Videoaufnahmen aus der Kirche von dem Angriff vor, weil die Gemeinde ihre Gottesdienste regelmäßig aufgezeichnet habe. Darauf soll zu sehen sein, wie der Täter seinen Opfern gezielt in den Kopf schoss. Nach Angaben eines Sprechers des texanischen Ministeriums für Öffentliche Sicherheit soll sich Kelley die Baptistengemeinde in Sutherland Springs bewusst ausgesucht haben, weil dort seine Ex-Frau und auch seine ehemalige Schwiegermutter die Gottesdienste besuchen. Über seine Schwiegermutter habe er sich sehr geärgert und sie bedroht. Doch am Tag der Tat war sie nicht in der Kirche. Kelley war vor drei Jahren unehrenhaft aus der Armee entlassen worden. Zuvor hatte er eine einjährige Haftstrafe verbüßt, weil er seine damalige Partnerin und das gemeinsame Kind angegriffen hatte.

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