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Neuer Präsident
12. Januar 2021

Kirche als Hort der Barmherzigkeit

Gust Ledergerber (li.) übergibt den Präsidentenstab der Allianz St.Gallen an Andi Dubach. 
Foto: Rolf Frey
Gust Ledergerber (li.) übergibt den Präsidentenstab der Allianz St.Gallen an Andi Dubach. Foto: Rolf Frey

St.Gallen - (idea) - "Wärme zieht ein, wenn wir uns Jesus zuwenden. Und wir dürfen in dieser Welt selber Gefässe der Barmherzigkeit Gottes werden." So umschrieb Gust Ledergerber zu Beginn des Allianz-Gottesdienstes in St.Gallen das Thema "Barmherzigkeit", das über der Gebetswoche steht. Dazu brauchte er das Bild einer Mutter, die nie müde wird, für ihr Kind da zu sein. In Jesus fänden wir die Mitte zwischen dem Gesetz, das verurteilt, und der Gesetzlosigkeit, sagte der abtretende Präsident der Evangelischen Allianz in der Gallusstadt. In eingespielten Videobotschaften beschrieben befragte Personen Barmherzigkeit etwa mit "sich öffnen können", "im Gegenüber Liebe, Annahme sehen" oder "dem andern verzeihen".

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Streetworker für Gott

Andi Dubach (50), Pastor der Baptistengemeinde "Kirche Bild", tritt die 40-Prozent-Stelle als neuer Präsident des Allianzverbundes von zwölf St.Galler Landes- und Freikirchen im Juni offiziell an. Am Sonntag trat er vorerst als Interviewpartner von Marcel Bürgi, Liedermacher und Streetworker (Heilsarmee), in Erscheinung. Dieser wohnte früher in einer Parkhausecke, auf 45 Kilo abgemagert, ohne Job, mit kaputter Lunge und 120'000 Franken Schulden am Hals. "Ziemlich verkackt sei das gewesen", schilderte Bürgi sein Leben von damals. Im Musikladen oberhalb des Parkhauses hörte er dann Klaviermusik und durfte seine musikalische Begabung beweisen, worauf ihn der religiöse Verkäufer zum Kaffeetrinken einlud und ihm ein Zimmer und einen Job als Pianist bei Messeauftritten vermittelte. Marcel Bürgin nutzte diese zweite Chance.

Andi Dubach umschrieb die Barmherzigkeit weiter als einen Wesenszug Gottes und somit als essenziellen Bestandteil des Christenlebens. "Gemeinde Jesu sollte der barmherzigste Ort auf Erden sein", meinte er. Barmherzigkeit sei ein geistlicher Indikator dafür, wie sich das Reich Gottes vor Ort entwickle.

Neben diversen Anlässen während der Allianzgebetswoche, zum Beispiel einem interkulturellen Gebetsabend in der FEG Goldbrunnen am 14. Januar, initiieren die Allianzkirchen St.Gallen verschiedene Projekte. Etwa die Projektwoche im Herbst mit diversen Sportcamps, der Familiensupport St.Gallen, das Bible College St.Gallen, das Benedikt Buch & Café oder ein Gebetshaus. Das Musical "City of Mercy" musste von März 2021 auf 2022 verschoben werden.
(Autor: Rolf Frey)