Samstag • 7. Dezember
Auftakt zum Jubiläum 150 Jahre Landeskirchen Thurgau
03. Dezember 2019

Das Kreuz im Zentrum

Im Gespräch über
Im Gespräch über "Ein Stück Himmel im Thurgau" v.l.n.r.: Cyrill Bischof, Jakob Stark, Wilfried Bührer und Moderator Christoph Sutter.Foto: Anja Graf

Warth (mb/dg) - Über 250 Delegierte und Gäste trafen sich am 1. Dezember in der Kartause Ittingen in Warth TG zur offiziellen Auftaktveranstaltung des Jubiläums „150 Jahre Landeskirchen Thurgau“. Die katholische und die evangelische Landeskirche des Kantons feiern das Jubiläum gemeinsam. „Der 1. Dezember ist der erste Adventssonntag und damit der Beginn des neuen Kirchenjahres. Ein idealer Moment, mit dem Jubiläum offiziell zu beginnen“, meint Reto Friedmann, Projektleiter des Jubiläums.
Die Thurgauer Kantonsverfassung von 1869 brachte Neuerungen, die gleicherweise für Staat und Kirche von Bedeutung waren. „Auf Facebook könnte man den Beziehungsstatus zwischen Staat und Kirche auf ‚liiert‘ setzen“, eröffnete Moderator Christoph Sutter den Abend.

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Aufbrüche wagen

In lockerer Atmosphäre diskutierten Regierungsrat Jakob Stark, der katholische Kirchenratspräsident Cyrill Bischof und der evangelische Kirchenratspräsident Wilfried Bührer über gestern, heute und morgen. „Der Staat ist auf gesellschaftliche Akteure angewiesen, die ihn ergänzen“, spielte Cyrill Bischof den Ball zu Jakob Stark. Stark sieht es als gemeinsamen Auftrag, Werte zu vermitteln und Menschen in ihrer individuellen Art abzuholen. „Die Megatrends wie Individualisierung, Entsolidarisierung, Konsumorientierung können wir natürlich nicht stoppen oder ins Gegenteil umkehren“, fügte Wilfried Bührer an. „Wir müssen deshalb kirchliche Aufbrüche zulassen, die nicht aus den bestehenden Strukturen herauswachsen.“

Sofort erkennbares christliches Zeichen

Drei Stimmen vom inszenierten Stammtisch ergänzten die Diskussion mit lustigen Geschichten. Für Stimmung sorgte vor allem auch die Musik. Das Trio Artemis spielte Stücke verschiedener Stilrichtungen, von Klassisch über Rock bis zum Tango. Projektverantwortliche entzündeten Kerzen für jedes der 12 Jubiläumsprojekte. So soll das Feuer für das Jubiläum von der Kartause in den ganzen Kanton verbreitet werden. „In unsrer multikulturellen Schweiz braucht es ein Zeichen, das von allen sofort als christliches Zeichen erkannt wird. Nicht die konfessionellen Besonderheiten sollen im Vordergrund stehen, sondern das verbindende Kreuz“, rundete Bührer ab.