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Kolumne

Wie zu längst vergangenen Zeiten

21.05.2024

Unsere Arbeitswelt verändert sich immer schneller. Während meiner Ausbildung bei der Post vor über dreissig Jahren wurde akribisch Wert gelegt auf Pünktlichkeit. Bei fünf Minuten Verspätung gabs ein Drama. Heutzutage ist vor allem Flexibilität gefragt. Wer sich nicht anpasst, ist schnell im Nachteil, wie folgende Anekdote zeigt.

Für einen Verein wollte ich ein Finanzprogramm installieren. Das ging nur übers Telefon per Teamviewer mit dem Anbieter von 9 bis 17 Uhr. Freitags Ruhetag. Auf meine E-Mail-Anfrage für einen Termin nach Feierabend bekam ich keine Antwort. Es gab keine andere Option, als während der Bürozeiten anzurufen, um das Programm zu installieren. Der wenig flexible Kundenservice hinterliess bei mir ein sehr ungutes Gefühl. 

Und dann ging es plötzlich schnell. Wir entschieden uns, auf ein anderes Programm umzusteigen, das wir als Alternative geprüft hatten. Es passte perfekt zu unseren Bedürfnissen und der Support war viel persönlicher. Der Wechsel wurde einstimmig angenommen.

„Working 9 to 5, what a way to make a living“, sang die Country-Ikone Dolly Parton 1980 in ihrer Arbeiterhymne. Immer von 9 bis 17 Uhr arbeiten – wie trostlos, seinen Lebensunterhalt so verdienen zu müssen. Aber wir leben in einer anderen Zeit. Starre Blockzeiten sind im Büro heute die Ausnahme. Und doch geht es an manchen Orten noch immer zu und her wie zu längst vergangenen Zeiten am Fliessband. Da war Pünktlichkeit essenziell. Wenn die Maschinen starteten, mussten alle bereit sein. Und beim Gong war Schluss.

Flexibel zu sein heisst nicht, sich den Umständen anzupassen, sondern auf die Umstände zu reagieren. Dass wir so schnell eine Lösung gefunden haben, die uns viel Zeit und Nerven spart, sehe ich als Zeichen von Gottes Fürsorge.

Christian Bachmann ist Finanzfachmann bei der Stiftung Ancora-Meilestei, einem Sozialunternehmen in Wetzikon.

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