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Bericht

Wie geht es unserem Wald? Auf zum Maibummel!

04.05.2021

Der Wald ist ein Kunstwerk. Foto: IDEA/rh
Der Wald ist ein Kunstwerk. Foto: IDEA/rh

Sternenberg (IDEA) - Unser Wald ist Lebensraum von bis zu 30'000 Arten von tierischen und pflanzlichen Lebewesen sowie Pilzen und Flechten. Und gleichzeitig ist er ein Naherholungsgebiet. In den 1980er-Jahren rückte der Zustand des Waldes in den Fokus der Allgemeinheit. Der Borkenkäfer und das Waldsterben waren plötzlich bedrohliche Begriffe. Bald folgte der Sturm Vivian (1990), später Lothar (1999) und der Hitzesommer 2018. Es scheint, als stünde der Wald seit Jahrzehnten in einem Kampf.

Veränderte Bewirtschaftung

Während der letzten Jahre hat sich das Verständnis über die Bewirtschaftung des Waldes verändert. Wer wie ich um die Mitte des letzten Jahrhunderts geboren wurde, erinnert sich noch an piekfein aufgeräumte Wälder. Mein Vater verbrachte neben seiner eintönigen Arbeit in der Fabrik viele Samstage im Staatswald. Er produzierte „Wedele“ oder „Bürdeli“ aus Ästen, die beim Fällen der Bäume als überschüssiges Material – nach damaligem Verständnis – weggeräumt werden mussten. Heute herrscht im Schweizer Wald ein Chaos: Asthaufen und Totholzberge liegen herum. Förster Rolf Stricker erklärt die Gründe: „Der Wald ist durch die heutigen Witterungsextreme tatsächlich einem Dauerstress ausgesetzt. Das geht nicht spurlos an ihm vorbei.“

Unser Verhalten setzt dem Wald zu

Der Waldfachmann nennt weitere Faktoren, die dem Wald buchstäblich an die Wurzeln gehen: „Durch die Globalisierung gelangen fremde Organismen (Pilze, Nematoden) in unsere Wälder.“ Diese Schädlinge würden sich zum Teil in „horrendem Tempo“ verbreiten. Stricker erwähnt die „Eschenwelke“ (Eschentriebsterben). Eine Erkrankung, die durch einen Pilz verursacht wird und ihren Ursprung im Osten Asiens hat. Der Pilz werde über die Luft verbreitet und könne in kürzester Zeit Distanzen zwischen 50 und 100 Kilometer zurücklegen. Innerhalb von vier Jahren wurden die Wälder der Schweiz flächendeckend von diesem Pilz befallen. „Aber das grösste Problem ist die Bodenbeschaffenheit“, betont der Förster, der im Forstrevier Bauma/Wila/Sternenberg ZH arbeitet. „Das ist ein Umweltproblem.“

Bewahren und nutzen

Im Boden nehmen giftige Substanzen zu, die Wurzeln verfaulen, das Wasser wird rarer und härter. Das Klima ist in doppeltem Sinne aufgeheizt. Für Stricker ist klar: „Ein globales Umdenken ist dringend nötig.“ Emissionen müssten reduziert werden, die Boden-, Umwelt- und Wasserverschmutzung ebenso. Dass dies geschieht, bezweifelt Rolf Stricker. Mit Blick auf China, Russland und andere liegt es auf der Hand, dass die Schweiz nur ein mickriges Puzzleteil im Ganzen ist. Dennoch hat der initiative Mann aus Sternenberg ZH vor dieser Tatsache nicht einfach resigniert. Der überzeugte Christ sagt: „Die Leitlinie für mein Denken und Handeln ist der Schöpfungsauftrag. Der Mensch soll die Umwelt bewahren und nutzen, aber nicht als Schmarotzer ausbeuten.“ „Gut bewirtschaftete Wälder leisten einen essenziellen Beitrag als CO2-Speicher,“ ruft er in Erinnerung. Eine Fichte beispielsweise entzieht während 100 Lebensjahren der Atmosphäre bis zu 1,8 t CO2. Darum plädiert er auch dafür, Holz grosszügig als Werkstoff zu nutzen, sei es zum Bau von Häusern oder zur Herstellung von Möbeln; so bleibt das CO2 gebunden.

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag „Der Wald – ein Kunstwerk“ und ein Interview mit Förster Rolf Stricker im Wochenmagazin IDEA 18-2021.

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