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Kolumne

Wenn Könige abtreten

20.09.2022

Daniel Rehfeld
Daniel Rehfeld

Es war zweifellos die Woche der königlichen Abschiede. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, nichts über den Abschied von Queen Elizabeth zu schreiben, weil wahrscheinlich schon alles gesagt oder geschrieben ist. Dann kam die Rücktrittserklärung von Roger Federer, dem von gewissen Medien der Titel „King Roger“ verliehen wurde. Zwei Könige, die kurz nacheinander abtreten, das kann natürlich nicht unkommentiert bleiben. Vermutlich werden Sie jetzt schmunzeln oder sich allenfalls auch ärgern. „Wie, bitte schön, kann man die beiden Persönlichkeiten miteinander vergleichen?“ Sie haben recht. Der erfolgreichste Sportler der Schweiz und die älteste Monarchin der Welt haben nicht viel gemeinsam – ausser der gegenseitigen Bewunderung beim Treffen in Wimbledon. Und dennoch sind mir einige Parallelen aufgefallen. Sowohl das Ableben der Queen wie auch das Ende der sportlichen Karriere des Maestros haben sich abgezeichnet. Während die Königin immer gebrechlicher wirkte, nagten die körperlichen Strapazen am sportlichen Körper Federers. Und so merkwürdig es im ersten Moment erscheint, auch Könige haben ein Verfallsdatum. Eine weitere Parallele ist die Art und Weise des Abtritts von der Weltbühne. Sowohl Queen Elizabeth wie auch Roger Federer haben nicht die rauschende Bühne gesucht – diese wurde ihnen von Fans und Followern bereitet. Noch zwei Tage vor ihrem Tod hat die Königin Liz Truss zur neuen Premierministerin ernannt, Roger Federer hat seinen Abschied in einer kurzen Audiobotschaft auf Instagram mitgeteilt. Und so unauffällig, wie sie abgetreten sind, so bescheiden, bodenständig und nahbar haben sie gelebt. Mit Pflichtbewusstsein und Anstand. Trotz Reichtum und Erfolg.

In diesen Tagen wird viel von gekrönten Häuptern und Privilegien gesprochen. Begriffe, die uns in der Umgangssprache selten begegnen. Umso erstaunlicher ist es, was Petrus in seinem ersten Brief, Kapitel 2, Vers 9, über die Privilegien göttlicher Königskinder schreibt: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht.“ In diesem Statement kommt zum Ausdruck, wie Gott, der König, seine Nachfolger, seine Kinder sieht. Welche Privilegien und Pflichten er ihnen zugedacht hat. Nutzen wir die Zeit, unserer Pflicht (Verkündigung) nachzukommen in Wort und Tat. Und in unserer Berufung (Königskind) zu leben. Denn unser König kommt. 

Daniel Rehfeld, Chefredaktor

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