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VOX-Analyse zur „Ehe für alle“-Abstimmung

16.11.2021

Symbolbild: pixabay
Symbolbild: pixabay

(IDEA) - Am 26. September nahm das Schweizer Stimmvolk ein Gesetzespaket zur Einführung der „Ehe für alle“ an. Konkret ging es um die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare inklusive der Legalisierung der Samenspende für lesbische Paare. Laut der neusten VOX-Analyse zum Abstimmungsverhalten unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen hat nur die Altersgruppe über 70 Jahre mehrheitlich gegen die „Ehe für alle“ gestimmt. Auf der politischen Skala stieg der Ja-Anteil, je weiter links sich die befragten Personen befanden. Der Ja-Anteil stieg laut der Analyse auch mit dem Bildungsstand. Frauen stimmten eher ja (69 Prozent) als Männer (59 Prozent). Bei Personen, die Freikirchen „sehr“ vertrauten, fand sich ein Ja-Anteil von 12 Prozent. Umgekehrt verhielt es sich mit dem Vertrauen in Pink Cross, den nationalen Dachverband der schwulen und bisexuellen Männer und anderer LGBT-Vertreter.

Die hauptsächlichen Motive für ein Ja liessen sich in zwei Kategorien summieren: Gleichberechtigung und Toleranz einerseits sowie (weniger häufig) der Zeitgeist. Bei den Nein-Motiven standen drei Aspekte im Vordergrund: die Kinderfrage (35 Prozent aller Erstnennungen respektive 69 Prozent aller Nennungen), dass die „Ehe für alle“ unnötig/falsch sei (19 Prozent, respektive 32) und aus religiösen Gründen (9 Prozent respektive 16).

Wie sich die Meinungen bildeten

92 Prozent der Befragten fanden es leicht, sich bei dieser Abstimmungsvorlage zu entscheiden, deutlich mehr als bei der zweiten Abstimmungsvorlage am gleichen Septembertag. Bei der „Ehe für alle“ war der Anteil derer, die sich erst im letzten Moment entschieden sehr gering (3%, bei der anderen Vorlage 11%). Nur wenig mehr Befragte entschieden sich während des Abstimmungskampfes (13%; 31% bei der anderen Vorlage). Für 84 Prozent war also von Beginn weg klar, wie sie zur „Ehe für alle“ stimmen würden. Artikel in Zeitungen, das Bundesbüchlein und Abstimmungssendungen im Fernsehen waren die am häufigsten angeführten Entscheidungshilfen. Ja-Stimmende haben sich deutlich häufiger online informiert als offline.

Nach jeder eidgenössischen Abstimmung führt gfs.bern im Auftrag der Bundeskanzlei eine repräsentative Umfrage durch und befragt rund 3000 zufällig ausgewählte Stimmberechtigte. Es interessieren die Motive für und gegen die Teilnahme und für die Entscheide der Stimmberechtigten.
vox.gfsbern.ch

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