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Kolumne

Vergessen, wo die Friedenspfeife vergraben ist

25.03.2022

Christoph Gysel
Christoph Gysel

Mark Twain, der amerikanische Schriftsteller, prägte den Satz: „Man vergisst vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergisst niemals, wo das Beil liegt.“ Der Krieg in der Ukraine liess mich an dieses leider viel zu wahre Wort erinnern.

Auf die heutige Situation bezogen, müssten wir allerdings, was das Beil betrifft, in Mehrzahl reden. Von unendlichen, brandgefährlichen, absolut tödlichen Waffenarsenalen, die unzählige Opfer fordern. Leider waren sie nicht vergraben, sondern griffbereit. Putin hat sie über 180'000 Soldaten in die Hand gedrückt. Seither ist Krieg und Zerstörung. Ob man unter diesen Leichen und Trümmern die Friedenspfeife noch findet? Schwer vorstellbar.

Wie ist dies bloss möglich? Der Mensch ist doch mit Vernunft ausgestattet. Wäre sogar zum Guten fähig. Der Sammeltag der Glückskette für die Opfer des Krieges hat gezeigt, dass der Mensch auch zu Solidarität und Nächstenliebe fähig ist.

Doch kennen wir diese andere, böse Seite in uns selbst nicht auch? Egoismus? Lieblosigkeit? Härte? „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.“ So hat dies die Bibel beschrieben (1. Mose 8,21). Mit der Hilfe Gottes dürfen wir diese negativen Dinge erkennen und sein lassen. Und das chinesische Sprichwort beachten: „Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.“

Wir sind, wie das überwältigende Engagement für die Kriegsopfer zeigt, fähig, Gutes zu tun. Und, wir können weiterbeten, dass die Friedenspfeife doch noch gefunden wird.

John F. Kennedy meinte: „Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.“

Christoph Gysel ist Tourismuspfarrer der Evangelisch-reformierten Kirche des Wallis und Präsident von Saas-Fee/Saastal Tourismus.

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