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Glaube

Über Bibel und Glaube sprechen

31.03.2021

Grafische Zusammenfassung der Referate. Bild: Bibellesebund Schweiz
Grafische Zusammenfassung der Referate. Bild: Bibellesebund Schweiz

Winterthur (Bibellesebund/IDEA) – Woran liegt es, dass es Christen so schwer fällt über ihren Glauben und die Bibel zu sprechen? Fehlen einfach die Motivation und Begeisterung? Wie können Christen ihre Sprache wiederfinden? Diesen Fragen machte der Bibellesebund Schweiz zum Gegenstand der Online-Veranstaltung „Reden wir über die Bibel – aber wie?“ vom 27. März.

Den ersten Teil der zweistündigen, kostenlosen Zoom-Veranstaltung bildeten vier kurze, einander ergänzende Referate vor drei Theologen und einem Kommunikationsberater. Im Anschluss daran trafen sich die rund 48 Teilnehmenden in Breakout-Sessions zum Austausch mit den Referenten. In den vier Gruppen wurden einzelne Punkte vertieft, Fragen beantwortet und praktische Beispiele diskutiert.

„Gott hat nicht recht, sondern lieb!“

Diese pointierte Aussage von Heike Breitenstein löste im Chat Begeisterung aus. Sie ist Theologin und Bildungsreferentin beim Institut für Wissenschaft, Kultur und Glaube. In ihrem Referat erläuterte Breitenstein die gängigsten Vorbehalte der Gesellschaft gegenüber der Bibel. Dabei sprach sie über verschiedene Vorbehalte. Auf der intellektuellen Ebene sei dies die Aussage: „Die Wissenschaft hat die Religion abgelöst!“ Auf der existenziellen Ebene nannte sie: „Der christliche Glaube schränkt meine Freiheit ein!“ Ein moralischer Vorbehalt sei: „Die Bibel ist gewalttätig, homophob und frauenfeindlich!“ Dies seien Bedenken, welche auch bei Christen durchaus vorhanden seien. Breitenstein riet, im Gespräch genau hinzuhören und kritischen Fragen nachzuspüren. Es brauche eine aktive Auseinandersetzung mit diesen Vorbehalten. Man solle im Gespräch aber nicht bei der intellektuellen Diskussion stehenbleiben, sondern auf die Kraft und Schönheit des Evangeliums zu sprechen kommen. Denn in Jesus begegne uns ein demütiger Gott, der Grenzen einreisse und Menschen zusammenbringe.

„Mach’s wie Gott: Werde Mensch!“

Horst Schaffenberger, promovierter Theologe und Dozent für Praktische Theologie am TSC, widmete sein Referat der „kommunikativen Theologie“. Ein Thema, welches dem Referenten am Herzen liegt, was er mit kurzen Worten zusammenfasst: „Gute Kommunikation löst vieles, schlechte Kommunikation löst vieles aus.“ Gottes Art von Kommunikation zeige sich am Beispiel von Jesus. Gott sei Mensch geworden und habe damit eine gemeinsame Basis mit uns Menschen geschaffen – eine Grundvoraussetzung für gelungene Kommunikation. „Mach's wie Gott – werde Mensch!“ Interaktion auf Augenhöhe sei gefragt.

Und genau hier liegt gemäss Schaffenberger der Kern des Problems: Christen lebten in einer „Kulturblase“, in dem sie sich aus wichtigen Lebensbereichen wie Kunst, Literatur, Sport, TV, Film u.ä. zurückzögen. Diese Abschottung werde auch von Zeitgenossen so wahrgenommen. Für eine erfolgreiche Kommunikation sei es unbedingt notwendig, diese Kulturblase wieder „aufzustechen“.

Relevanz und Leidenschaft

Relevanz und Leidenschaft sind, so Kommunikations-Experte Markus Baumgartner, wesentlich für eine Botschaft, die ankommt. Auch Baumgartner betonte, wie wichtig gutes Zuhören sei. Wie ein Missionar im Ausland müssten wir das Denken, die Kultur und das Verhalten des Gegenübers kennen und verstehen können. „Seid ihr wirklich im Fluss des Geschehens? Wem nützt, was ihr sagt? Wie handelt man, wenn man glaubt, was ihr sagt?“ Mit diesen kernigen Fragen schloss Baumgartner, der auch Mediensprecher des Verbands Freikirchen.ch ist, sein Referat.

Das Bibel-Begegnungsmodell

Im letzten Referat sprach der promovierte Theologe Christian Brenner über das Bibel-Begegnungsmodell. Er ist ehemaliger Generalsekretär des deutschen Bibellesebundes und aktuell bei der deutschen Bibelgesellschaft tätig. Das Konzept skizziere Bibel-Begegnungs-Situationen unterschiedlicher Intensität. Vom Impuls, also einer ganz kurzen, positiven Erstbegegnung mit der Bibel, über den etwas längeren Input, das Interesse hin zur Routine und zum Wissen. Zum einen stelle das Bibel-Begegnungs-Modell die Entwicklung eines Menschen vom Uninteressierten hin zum begeisterten Bibelleser dar. Das Modell könne aber auch komplementär genutzt werden, denn auch ein routinierter Bibelleser freue sich über einen positiven, überraschenden Impuls.

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