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Trauriger Abtreibungsrekord in der Schweiz

01.07.2021

Symbolbild: Unsplash/Jon Tyson
Symbolbild: Unsplash/Jon Tyson

 

Neuenburg (IDEA/dg) - In der Schweiz wohnhafte Frauen trieben durchschnittlich im Jahr 2020 häufiger ab als noch im Jahr zuvor. Die Rate der Schwangerschaftsabbrüche pro 1000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren stieg von 6,5 auf 6,8. Dies ist gleich hoch wie der Rekordwert vom Jahr 2011. Das Bundesamts für Statistik BfS hat dazu die neusten Zahlen veröffentlicht.

In absoluten Zahlen sind es 10'906 Abtreibungen von Frauen mit Wohnsitz in der Schweiz. Dies ist die höchste Zahl seit dem Beginn der BfS-Statistik im Jahr 2007. Laut der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen waren im Jahr 2001 noch 12'418 durchgeführt worden. Am 1. Oktober 2002 wurde in der Schweiz die Fristenregelung und damit die Legalisierung der Abtreibung in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen eingeführt.

Wann wurde abgetrieben?

Die meisten Abtreibungen vom Jahr 2020 wurden laut BfS während der ersten acht Schwangerschaftswochen durchgeführt. 510 Abtreibungen (entsprechen fünf Prozent) wurden nach der zwölften Schwangerschaftswoche durchgeführt. Diese Zahl schwankt seit Jahren. Das BfS-gibt nicht an, in welcher Schwangerschaftswoche diese Spätabtreibungen effektiv durchgeführt wurden.

Bei 2575 Abtreibungen war im Jahr 2020 die Mutter zwischen zwischen 30 und 34 Jahre alt. Etwas weniger waren es bei der Altersgruppe von 25 bis 29 Jahren. Bei 11 Abtreibungen war die Mutter noch nicht 15-jährig, bei 705 zwischen 15 und 19, bei 1954 zwischen 20 und 24 Jahre alt. 40 Frauen waren 45-jährig oder älter.

Wo und wie wurde abgetrieben?

Frauen mit Wohnsitz im Kanton Genf trieben im Jahr 2020 am ehesten ab. Die Rate lag dort bei 10,9. Ebenfalls weit über dem Durchschnitt lagen die Kantone Waadt und Basel-Stadt (je 9,1) sowie Schaffhausen (8). Am tiefsten lagen Appenzell Innerrhoden und Uri (beide 2,5). Bei 237 Frauen mit Wohnsitz im Ausland wurde 2020 in der Schweiz eine Abtreibung durchgeführt.

79 Prozent der Abtreibungen wurden im Jahr 2020 mit Medikamenten ausgelöst. Damit sank der Anteil der chirurgisch vorgenommenen Abtreibungen weiter.

Was nicht gesagt wird

Nicht in den Statistiken erfasst sind die frühen Abtreibungen durch die sogenannte „Pille danach“. Ebenfalls nicht ersichtlich ist in den BfS-Zahlen, bei wievielen Abtreibungen mehr als ein ungeborenes Kind sein Leben verlor. Weiter werden keine Gründe für die Abtreibungen angegeben und wie es um die Beziehung zwischen Vater und Mutter stand.

In einer anderen Statistik des BfS zu suchen ist die Anzahl Geburten im Jahr 2020: 85'914 Lebendgeburten und 319 Totgeburten. Die Zahl der Lebengeburten ist die tiefste Zahl seit 2014, die Zahl der Totgeburten die tiefste Zahl seit 2007.

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