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Theologe will Ausserrhoder Verfassung ohne Gott

12.10.2021

Katholische Kirche von Herisau. Bild: IDEA/dg
Katholische Kirche von Herisau. Bild: IDEA/dg

(IDEA) - Bei einer Vernehmlassung zu einer neuen Verfassung des Kantons Appenzell Ausserrhoden hat sich eine deutliche Mehrheit dafür ausgesprochen, Gott weiterhin in der Präambel zu erwähnen. Der Regierungsrat hatte eine Variante mit und eine ohne Gott unterbreitet. Die kantonale Verfassungskommission hatte vorgängig eine Streichung der Erwähnung Gottes vorgeschlagen.

Ende September diskutierte die Kommission die Frage erneut. Ein im Sitzungsbericht nicht mit Namen genannter Theologe aus der Kommission wollte nun gleich die ganze Präambel streichen, da man es nie allen recht machen könne. Die rüden Reaktionen auf die mögliche Streichung des Begriffs „Gott“ hätten ihn erschreckt und gezeigt, dass damit eine „schädliche gesellschaftliche Diskussion“ ausgelöst werde. „Kirchliche Kreise verstünden sich offensichtlich nicht als Teil der heutigen Zivilgesellschaft, sondern beanspruchten nichts weniger als die ‚Deutungshoheit‘ über solche Fragen“, so gibt der Bericht sein Votum wieder. Weiter meinte der Theologe, bis zu einer nächsten Revision der Verfassung in rund 25 Jahren würden die Kirchen derart an gesellschaftlicher Bedeutung verlieren, dass sie diesen Anspruch dann nicht mehr erheben könnten. Laut kath.ch handelt es sich bei diesem Theologen um den pensionierten reformierten Pfarrer Andreas Ennulat, Mitglied der SP.

Die Kommission hielt schliesslich an der Präambel fest, ohne Nennung von Gott. Die Kommission umfasst 30 Mitglieder, die drei verschiedene Gruppen vertreten: erstens Institutionen des Kantons und der Gemeinden, zweitens Parteien und drittens die Bevölkerung.

Der Ball liegt als Nächstes beim Regierungsrat. Das letzte Wort wird das Stimmvolk haben.

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