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Menschenrechte

Streit um Thema am Marsch fürs Läbe

30.08.2022

Stand am Marsch fürs Läbe 2021. Foto: Marsch fürs Läbe
Stand am Marsch fürs Läbe 2021. Foto: Marsch fürs Läbe

(IDEA/dg) - Am „Marsch fürs Läbe“ 2021 hielt die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind SHMK einen Informationsstand zu ihrer Kampagne „Rettet mein Baby! Abtreibung rückgängig machen“ (rettet-mein-baby.ch). Dabei geht es um eine 2012 vom Amerikaner George Delgado entwickelte und international verbreitete Hormon-
behandlung, mit der in einer gewissen Frist die Wirkung der Abtreibungspille Mifegyne/RU486 rückgängig gemacht werden könne. Das OK des „Marsch fürs Läbe“ macht dieses medizinische Verfahren zu einem seiner diesjährigen Themen an der Lebensrechtskundgebung am 17.  September und hat sich dazu international beraten lassen.

In ihren Nachrichten August/September 2022 ruft die SHMK nun dazu auf, ein vorgedrucktes Bittschreiben an die neue Geschäftsführerin des Marsches einzusenden, damit dieses Thema aus dem Programm genommen werde. Als Argument wird angeführt, die Behandlung solle nicht auf die politische Bühne gebracht und damit gefährdet werden. Dem OK wird in einem Artikel mangelnde Gesprächsbereitschaft vorgeworfen. SHMK-Stiftungsratspräsident Dominik Müggler persönlich thematisiert die Hormonbehandlung im Begleitbrief.

Ein Blick zurück

Mit dem letztjährigen Stand hatte die SHMK das Thema bereits selbst öffentlich gemacht. Aber nicht nur dieser Umstand wirft Fragen zum SHMK-Aufruf auf. Im Verein Mamma, der die Stiftung gegründet hatte und bis heute politisch aktiv ist, unter anderem mit zwei aktuellen Volksinitiativen, amtet Dominik Müggler ebenfalls als Präsident und auch als Geschäftsführer. Dieser Verein hat die Hormonbehandlung bereits 2019 mit der Einladung von George Delgado zu einem öffentlichen Vortrag in Münchenstein auf die politische Bühne gebracht.

Auch stellt sich die Frage, warum weder der Verein Mamma noch die SHMK in der Trägerschaft respektive im Vorstand des „Marsch fürs Läbe“ mitwirken, obwohl sie beide für das Lebensrecht engagiert sind. Das OK spricht in einer Stellungnahme allgemein von einer Offenheit für weitere Schweizer Lebensrechts­organisationen, erwähnt aber, dass nicht alle Organisationen eine Zusammenarbeit wollen. Diese Freiheit bestünde, die Ablehnung der Zusammenarbeit werde aber vom OK bedauert. Im konkreten Fall denkt das OK nicht, auf Druck der SHMK das internationale Thema der Hormonbehandlung vom Programm des „Marsch fürs Läbe“ nehmen zu müssen. Die SHMK hatte schon früher online geschrieben, was immer noch zu lesen ist: „Möglichst alle betroffenen Frauen in der Schweiz sollen vom Gegenmittel zur Abtreibungspille erfahren.“ 
marschfuerslaebe.ch
shmk.ch

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