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Menschenrechte

Nordkorea: Verfolgungseifer gegen Christen ist ungebremst

12.01.2022

Kim Jong-un ist seit zehn Jahren Alleinherrscher in Nordkorea. Foto: pixabay.com
Kim Jong-un ist seit zehn Jahren Alleinherrscher in Nordkorea. Foto: pixabay.com

Frankfurt am Main/Pjöngjang (IDEA) – Das totalitäre Regime in Nordkorea geht mit unverminderter Brutalität gegen Christen vor. Am Eifer, sie zu verfolgen und zu vernichten, hat sich während der zehnjährigen Herrschaft des Diktators Kim Jong-un (38) nichts geändert. Diese Bilanz hat der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Martin Lessenthin (Frankfurt am Main), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA gezogen.

Kim Jong-un ist seit Ende 2011 unumschränkter Machthaber in Nordkorea. Er habe das grausige Erbe seines Vaters Kim Jong-il (1941–2011) fortgesetzt und sei für schwerste Menschenrechtsverletzungen verantwortlich, so Lessenthin. So werde die Religionsfreiheit massiv unterdrückt: „Wer in Nordkorea als Christ erkannt wird, muss mit Folter, Zwangsarbeit oder gar dem Tod rechnen.“ Es genüge, mit einem gedruckten Psalm aufgegriffen zu werden oder im Besitz einer CD mit christlichen Inhalten zu sein.

Die Denunziation von Christen oder angeblichen Christen sei Normalität. Selbst Angehörige versuchten, sich mitunter zu retten, indem sie Familienmitglieder verrieten. Viele Insassen der nordkoreanischen Zwangsarbeitslager seien Christen oder Kinder und Enkel von Christen, die in den Lagern geboren wurden. Seriöse Zahlen zu inhaftierten Christen gibt es laut Lessenthin nicht.

Bis zu zwei Millionen Menschen in Lagern

Nach Schätzungen befänden sich insgesamt zwischen 400.000 und zwei Millionen Menschen in Lagern. Laut Angaben von Flüchtlingen aus Nordkorea hat es in der Ära von Kim Jong-un mindestens 23 öffentliche Hinrichtungen gegeben. Die Opfer wurden beschuldigt, südkoreanische Videos gesehen oder verbreitet zu haben. Grundlage für die Hinrichtungen ist das im Jahr 2020 eingeführte Gesetz, das „anti-sozialistische Gedanken und Handlungen“ unter Strafe stellt – bis hin zur Todesstrafe. Der Diktator schreckt auch nicht vor der Ermordung von Familienmitgliedern zurück. So ließ er 2013 seinen Onkel Jang Song-thaek und 2017 seinen Halbbruder Kim Jong-nam umbringen.

Laut IGFM beutet Kim Jong-un die nordkoreanische Bevölkerung aus – durch Zwangsarbeit und den „Verleih“ von Zwangsarbeitern an andere Staaten. Das erwirtschaftete Geld fließe nicht in Nahrungsmittel für die hungernde Bevölkerung, sondern in die militärische Aufrüstung und das Atomprogramm des Diktators. Die Hungersnöte in Nordkorea resultierten aus Korruption, jahrzehntelanger Misswirtschaft und dem ausschweifenden Leben der Machtelite, die die Kim-Dynastie stütze.

Nordkorea hat knapp 26 Millionen Einwohner. Darunter sind nach Schätzungen von Hilfs- und Missionswerken zwischen 100.000 und 400.000 Christen.

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