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Neue Einwanderungswelle von Äthiopien nach Israel geplant

16.11.2021

Pnina Tamano-Shata, erste israelische Ministerin äthiopischer Abstammung. Bild: Yesh Atid/Wikipedia (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)
Pnina Tamano-Shata, erste israelische Ministerin äthiopischer Abstammung. Bild: Yesh Atid/Wikipedia (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Tel Aviv/Jerusalem (IDEA/dg) - Ayelet Shaked, israelische Innenministerin, und Pnina Tamano-Shata, Ministerin für Immigration und Integration, haben sich am 9. November geeinigt, 5000 Äthiopier mit jüdischer Abstammung nach Israel zu holen. Dies berichten israelische Medien. Die beiden Ministerinnen hatten eine Sitzung mit Verantwortlichen des Nationalen Sicherheitsrats abgehalten. Sie beobachten die von einem Bürgerkrieg erschütterten ostafrikanischen Land mit Sorge. Ob Äthiopier jüdischer Abstammung aktuell in Gefahr seien, sei unklar, erklärt die Jerusalem Post. Auch über die Frage, wer in Äthiopien wirklich jüdische Wurzeln habe, herrsche nicht Einigkeit. Die israelische Zeitschrift Ha Aretz hatte wenige Tage zuvor über einen geheimen Transport von Äthiopiern aus dem Bürgerkriegsgebiet früher in diesem Jahr berichtet. Nach diesem Transport sei festgestellt worden sei, dass die nach Israel geholten Personen doch keine jüdischen Wurzeln hätten. Der Nationale Sicherheitsrat warne nun vor solchen Einwanderern, die vom sozialen System in Israel profitieren wollten. Solche Äthiopier ins Land zu holen, sein ein gefährlicher demografischer Fehler.

Jüdischer Bezug umstritten

Laut Ha Aretz gehörten die Äthiopier, die jetzt ein Recht auf Auswanderung nach Israel fordern, nicht der Beita Israel an, der klar abgegrenzten Gruppe jüdischer Äthiopier, die über Jahrhunderte getrennt von der christlichen Bevölkerung Äthiopiens lebte. Die aktuell Auswanderungswilligen seien hauptsächlich mit den Falashmura verwandt – zum Christentum Konvertierte, die von vielen Angehörigen der Beita Israel lange als Abtrünnige betrachtet wurden. Den Falashmura sei bei der Operation Salomon 1991 keine Einreise nach Israel erlaubt worden. Später sei viele in die Quartiere der Beita Israel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gezogen aund vielen sei die Einreise nach Israel doch noch gelungen.

Nach Israel geholt werden sollen mit der neuen Einigung Personen, die bereits Verwandte ersten Grades in Israel haben. Die beiden Ministerien haben sich in ihren englischen Webseiten bisher nicht dazu geäussert.

Pnina Tamano-Shata ist die erste israelische Ministerin, die selber äthiopische Herkunft hat. Sie kam im Alter von drei Jahren von Äthiopien nach Israel. Für ihre Aktivitäten unter anderem gegen Rassismus hatte sie 2016 den Internationalen Martin Luther King Award erhalten.

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