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Kolumne

Momente fürs Überleben

13.05.2024

Endlich! Der Magen knurrt schon eine ganze Weile und ich habe einiges mehr als die Hälfte der 25 Kilometer langen Wanderstrecke hinter mir. Lange finde ich keinen Ort, der mir für die Mittagsrast würdig scheint. Dann aber entdecke ich, gut versteckt zwischen Büschen, einige Steine, die sich bestens zum Hinsetzen eignen. Das Plätzchen gewährt mir einen nicht zu verachtenden Blick auf die Aare, vorbeiziehende Schwäne und die wilde Natur am gegenüberliegenden Ufer. 

Plötzlich bin ich ergriffen von der Schönheit, der Ruhe, dem Frieden des Augenblicks und von der Sehnsucht, es möge immer so schön, so ruhig, so friedlich bleiben. Wer weiss, vielleicht fühlte Petrus ähnlich auf dem Berg der Verklärung, als er zu Jesus sagte: „Herr, hier ist gut sein!“ (Mt 17,4). Solche Momente lassen sich nicht willentlich herbeiführen. Sie passieren mir, werden mir geschenkt. Das kann während eines Gottesdienstes sein oder eben auch, wenn ich bewusst allein wandern gehe und die Stille suche. Für mich persönlich sind das Highlights – um nicht zu sagen: überlebenswichtige Highlights. 

Ich frage mich, ob ich damit möglicherweise nicht allein bin. Sind wir nicht alle überfordert mit dem Leben in dieser irgendwie verrückten Welt und brauchen diese Momente von „Es ist einfach gut“? Als Individuen, aber genauso als Kirche. Der gesellschaftliche Gegenwind ist rauer geworden. Lassen wir uns davon bestimmen und zu Aktivismus verleiten? Sind wir nicht die besseren Dienerinnen und Diener Gottes, wenn wir aus dem Frieden solch geschenkter Momente und im befreienden Wissen agieren, dass Gott für die Vollendung seines Reiches letztlich nicht auf uns angewiesen ist?

Daniela Baumann ist Kommunikationsverantwortliche der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA.

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