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Mit den Religionen im Gespräch

14.09.2021

Der Rat der Religionen bei seiner Zusammenkunft in Spiel. 3.v.l.: Jean-Luc Ziehli. Foto: Jean-L. Lewin
Der Rat der Religionen bei seiner Zusammenkunft in Spiel. 3.v.l.: Jean-Luc Ziehli. Foto: Jean-L. Lewin

Spiez (IDEA/dg) – Am 9. September traf sich der Schweizerische Rat der Religionen SCR in Spiez und hat einstimmig entschieden, die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES und den Dachverband Freikirchen.ch, vertreten durch die Person von Jean-Luc Ziehli, aufzunehmen. Der Westschweizer Ziehli präsidiert die SEA-RES auf nationaler Ebene.

Schon länger in Kontakt

Seit rund zwei Jahren nahmen die beiden Verbände durch Jean-Luc Ziehli bereits als Beobachter an den Sitzungen des SCR teil. Gleichzeitig wurden individuelle Kontakte gepflegt. SEA-RES nennt konkret den Kontakt mit einer Delegation der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz FIDS unter der Leitung von Montassar BenMrad, und den Kontakt mit Ralph Lewin, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG. BenMrad und Lewin sind Mitglieder des SCR.

SEA-RES erklärt ihre Position interreligiösen Dialog

SEA-RES hat auch eine ausführliche Position zum interreligiösen Dialog formuliert und digital veröffentlicht. Sie sieht in der biblischen Offenbarung des einzigen und einzigartigen Gottes kein Hindernis für den Dialog mit Personen, sie sich anderen Überzeugungen anschliessen. Jeder sei würdig, respektvoll behandelt zu werden. Das christliche Zeugnis in einer pluralistischen Welt schliesse das Engagement im Dialog mit Menschen verschiedener Religionen und Kulturen ein. Hingegen findet SEA-RES in der Bibel keine Beispiele oder Einladungen zu interreligiösen Gebeten. „Daher würde jede Tätigkeit, welche die Teilnahme an einem synkretistischen Akt, wie zum Beispiel ein gemeinsames Gebet, beinhaltet, unseren Überzeugungen widersprechen“, hält SEA-RES fest.

Position der Weltweiten evangelischen Allianz WEA

Laut der Erklärung von SEA-RES setzt auch die WEA Dialogen klare Grenzen. „Was den interreligiösen Dialog betrifft, so verpflichten sich ihre Vertreter, nicht in der Öffentlichkeit mit Verantwortlichen nichtchristlicher Konfessionen zu beten.“ Die WEA stelle fest, dass sie bei bestimmten Ereignissen, wie zum Beispiel bei Anlässen im Zusammenhang mit grossen Katastrophen, ausnahmsweise an interreligiösen Feierlichkeiten teilnehmen. Sie nehme aber nicht am Weltparlament der Religionen teil, wo Gebete und interreligiöse Feiern üblich seien. Im Gegensatz dazu sei sie in „Religions for Peace“ vertreten, einer Organisation, in der solche synkretistischen Praktiken fehlten. Die WEA unterschreibe auch nur Dokumente, wo jede Religion für sich sprechen könne, nicht aber synkretistische Erklärungen.

Ziel des Beitritts zum Rat der Religionen

Mit dem Beitritt wollen SEA-RES und Freikirchen.ch die „Farbe“ der Evangelischen Allianz in den Rat der Religionen einbringen, die laut eigener Verlautbarung dort bisher gefehlt hat. Ihr Ziel ist die Förderung des religiösen Friedens in der Schweiz durch die Verständigung über Themen von gemeinsamem Interesse. Der Dialog betreffe auch aktuelle religionspolitische Fragen und der Rat sei Ansprechpartner gegenüber den Bundesbehörden.
Dem SCR gehören je ein Vertreter oder eine Vertreterin der Schweizerischen Bischofskonferenz, der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, der Christkatholischen Kirche der Schweiz, der Schweizer Metropolie des orthodoxen Patriarchats von Konstantinopel, zweier islamischer Verbände (FIDS und KIOS) und des Israelitischen Gemeindebunds an. Er tritt mindestens zweimal jährlich zusammen und trifft seine Beschlüsse einstimmig. SEA-RES und Freikirchen.ch werden aber theologische Erklärungen nicht mitunterzeichnen.

ratderreligionen.ch | each.ch | freikirchen.ch

 

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