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Kolumne

Leo, Sofia und Nemo

22.05.2024

4475 Kinder sind vergangenes Jahr in der grössten Schweizer Stadt geboren. Der beliebteste Anfangsbuchstabe bei den Mädchenvornamen ist A, bei den Knaben L. Durchschnittlich hat ein Vorname 5,3 Zeichen und 2,4 Silben. Etwa die Hälfte der Neugeborenen trägt einen zweiten Vornamen, schreibt das Statistische Amt der Stadt Zürich. Leo, Louis und Theo ist bei den Jungs besonders beliebt, Sofia, Olivia und Ella ist der Renner bei den Mädchen. So weit, so unspektakulär. Es gibt aber noch eine andere Tendenz. Die Kurve der Unisex-Vornamen, also für beide Geschlechter anwendbar, zeigt nach oben. Vor 30 Jahren waren 0,5 Prozent der Vornamen für Jungs und Mädchen geeignet, letztes Jahr lag dieser Anteil bei 1,4 Prozent. Luca, Lou und Laurin sind hier die Favoriten. Von einem Trend zu sprechen, wäre bei diesen Zahlen zwar vermessen, aber in einer Gesellschaft, die sexuelle Vielfalt propagiert und die Verschmelzung der Geschlechter feiert, erstaunt es nicht, dass sich Eltern entsprechend vorbereiten. Aus dem Kalauer des Komikers Peach Weber aus den Neunzigerjahren „Ist es ein Mädchen oder ein Junge? – Das soll unser Kind später mal selber entscheiden!“ ist inzwischen bitterer Ernst geworden. 

Obwohl sich der Eurovision Song Contest als unpolitische Veranstaltung bezeichnet, ist es geradezu offensichtlich, wie der Sieg von Nemo, was zweifellos eine beachtliche Leistung war, ungleich weniger zu reden gibt als die persönliche Identifizierung. Eine kleine, aber laute Minderheit, unterstützt von den meisten grossen Medienhäusern, feiert sein Bekenntnis zur non-binären Identität im grossen Stil. Dabei werden offensichtlich zwei Dinge verwechselt. Nämlich, dass es einen Unterschied zwischen dem biologischen Geschlecht und der gefühlten Identität gibt. Eine Ausnahme bilden jene rund 40 Kinder pro Jahr, die ohne eindeutiges Geschlecht zur Welt kommen. Aber selbst der Interessenverband jener Menschen lehnt ein drittes Geschlecht ab. „Eine ‚dritte Option‘ sollte nicht aufgrund der Geschlechtsmerkmale einer Person zugewiesen werden, sondern nur auf den Wunsch des Kindes hin.“ So argumentierte bisher glücklicherweise auch der Bundesrat. Das Festhalten an der auch wissenschaftlich belegten biologischen Schöpfungsordnung bedeutet aber nicht, bestimmten Menschen die Würde abzusprechen. Gott liebt alle Menschen, ob sie ihre Identität gefunden haben oder nicht.

Daniel Rehfeld, Chefredaktor

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