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„Ich sehe keine Verbrecher, ich sehe Suchende!“

01.06.2021

Ali Dini: „Einen solchen Frieden hatte ich zuvor noch nie gespürt.“ Foto: Mirjam Fisch-Köhler
Ali Dini: „Einen solchen Frieden hatte ich zuvor noch nie gespürt.“ Foto: Mirjam Fisch-Köhler

(IDEA/mf) - 200 Personen nahmen an vier Standorten an der AVC-Jahrestagung teil, 120 weitere per Livestream. AVC steht verfolgten Christen bei, hilft Notleidenden und macht Jesus Christus bekannt. Die Schweiz ist für 35 der 62 Einsatzländer zuständig.

„Ich war auf der Suche nach Gott“, erzählte der Iraner Ali Dini in Olten. Im ersten Golfkrieg sah er viele Kameraden fallen. „Allah und seine Propheten überzeugten mich nicht mehr. Und der Krieg machte aus meinem Herzen einen Stein.“ Er floh nach Osteuropa, wo er als Auftragskiller für die bulgarische Mafia arbeitete. Seine Albträume betäubte er mit Drogen. Schliesslich landete er im Gefängnis. Dort wurde er eines Tages in einen Gottesdienst eingeladen. „So einen Frieden habe ich in meinem Herzen vorher noch nie gespürt“, sagte Dini. Er studierte die Bibel und wurde zum Evangelisten hinter Gittern. Heute unterstützt er Flüchtlinge in Serbien und Bulgarien, predigt in Flüchtlingscamps und Gefängnissen. „Ich sehe keine Verbrecher, sondern durstige Menschen, welche die Wahrheit suchen.“

Der Iraner Farshid Fathi verbrachte fünf Jahre im Gefängnis. Er stellte sich 2010 den Behörden, nachdem diese 72 Gemeindeleiter von Untergrundkirchen inhaftiert hatten. Fathi hatte sie unterrichtet. „Ich wollte sie in ihrer Not nicht allein lassen“, erklärte der per Video Zugeschaltete. „Die grösste Manifestation von Liebe ist das Leiden.“

Wichtige Gebete

Ein Jahr verbrachte er in Einzelhaft. „Gott stand mir bei, und eure Gebete haben mir geholfen“, betonte er. Einmal habe er in seiner vier Quadratmeter grossen Zelle ein himmlisches Lied gehört und dazu getanzt. Seine Familie konnte sich nach Kanada retten, Farshid floh nach der Entlassung in die Türkei. Hier unterstützt und lehrt er wieder Pastoren und Leiter. Sie treffen sich privat in kleinem Kreis, „Wenn jeder Gläubige pro Tag eine Bibel weitergibt, wachsen daraus Gemeinden“, erklärt er. Die Veränderung jener Mitmenschen, die zum Glauben an Jesus gekommen sind, mache neugierig. Die Untergrundkirche im Iran sei die am schnellsten wachsende Kirche der Welt. „Die Menschen haben Hunger nach Gottes Wort, sie schreiben Teile der Bibel aus dem Internet ab.“ Fathi: „Wir brauchen Bibeln und christliche Bücher.“

Unter anderem in Myanmar unterstützt AVC Waisenhäuser, wo Kinder die Schulzeit absolvieren können. „Wir arbeiten immer mit Partnern vor Ort zusammen“, erklärte Moderatorin Brigitte Frei.

Die Teilnehmenden vor Ort beteten für verschiedene Partner von AVC und schrieben Karten an inhaftierte Christen. Solche Zeichen stärken die Gefangenen und können Haftbedingungen erleichtern.

Am 18. Juni 2022 feiert AVC das 35-Jahr-Jubiläum.

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