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Kolumne

Geduld bringt Rosen

06.05.2024

Ein schönes Wort. „Geduld bringt Rosen.“ Bloss, es ist gar nicht so einfach, geduldig zu sein. Sich gelassen von einer Krankheit zu erholen. Entspannt mir die Zeit zu gönnen, nach dem Schlaganfall zurück ins Leben zu kommen. Doch – da ist Geduld gefragt. Der Weg dorthin ist nicht unbedingt schön. Das Warten mühsam. Die Rosen blühen noch nicht. Und doch ist die Definition des Wörterbuchs zum Sprichwort „Geduld bringt Rosen“ zutreffend: „Ausreichend Zeit ist wichtig für den Erfolg einer Sache.“ 

Für manche Menschen ist die Rose die Königin der Blumen. Doch dauert es sehr lange, bis sie blüht. Aber dann dafür umso schöner und duftender. Doch erst gilt es, zu warten. Ungeduld hilft da nicht. Wie der Volksmund schon sagt: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“

Hermann Hesse (1877–1962), der grossartige Schriftsteller, schrieb: „Geduld ist das Schwerste und das Einzige, was zu lernen sich lohnt. Alle Natur, alles Wachstum, aller Friede, alles Gedeihen und Schöne in der Welt beruht auf Geduld, braucht Zeit, braucht Stille, braucht Vertrauen.“

Solche Worte sind in unserer schnelllebigen Zeit ungewohnt, fast fremd. Schnell, sofort, rasch, flugs, prompt muss es heute sein. Doch dies ist weder gesund noch zielführend. Denn es stimmt: „Ausreichend Zeit ist wichtig für den Erfolg einer Sache.“ 

Übrigens, auch in der Bibel ist Geduld ein wichtiges Thema: So schrieb der Prophet Jeremia in seinen Klageliedern (3,26): „Darum ist das Beste, geduldig zu sein und auf die Hilfe des Herrn zu warten.“ Der Einwand: Ich bin halt nicht so gelassen, sondern ein impulsiver Mensch und deshalb alles andere als geduldig, heisst nicht, dass sich dies mit Gottes Hilfe nicht ändern könnte.

Christoph Gysel ist Tourismuspfarrer der Evangelisch-reformierten Kirche des Wallis, Autor und Blogger.

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