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Ex-Muslime suchen Gemeinschaft

25.02.2021

Der Leiter des „Europäischen Instituts für Migration, Integration und Islamfragen“, Yassir Eric. Screenshot: YouTube/Schönblick
Der Leiter des „Europäischen Instituts für Migration, Integration und Islamfragen“, Yassir Eric. Screenshot: YouTube/Schönblick

 

Korntal (IDEA) – In islamischen Ländern werden immer mehr Muslime Christen. Der Zusammenschluss „Communio Messianica“ will sie geistlich begleiten. Das sagte der Leiter des Europäischen Instituts für Migration, Integration und Islamfragen innerhalb der AWM (ehemals Akademie für Weltmission/Korntal), der aus dem Sudan stammende Theologe Yassir Eric, der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Eric, selbst ein zum Christentum konvertierter Ex-Muslim, leitet den Zusammenschluss seit 2020.Für ehemalige Muslime sei es sehr wichtig, Gemeinschaft zu erleben: „Muslime denken kollektiv. Sie gehören aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit zur ‚Ummah‘, der weltweiten Gemeinschaft der Gläubigen. Wenn sie Christen werden, droht ihnen die soziale Isolation.“ Bei der „Communio Messianica“ sollen sie eine neue Form der „Ummah“ kennenlernen. Dabei gehe es nicht darum, „eine neue Kirche zu gründen, sondern darum, ihnen eine neue geistige Heimat und eine Zugehörigkeit zu der wachsenden Zahl von Konvertiten muslimischen Hintergrunds zu geben“.Zur Gemeinschaft gehören Christen aus unterschiedlichen Konfessionen, einige rechnen sich keiner Denomination zu. „Wir wollen nicht Christen aus anderen Kirchen abwerben. Ich habe persönlich großen Respekt vor den orientalischen Christen, die bereits 1.400 Jahre islamischer Herrschaft überlebt haben.“

Erweckung unter Muslimen

In den vergangenen Jahren habe er erlebt, dass Muslime sich in großer Zahl vom Islam abwenden: „Wir haben keine offiziellen Zahlen. Es gibt jedoch Schätzungen, wonach von mehreren Millionen Konvertiten in der islamischen Welt auszugehen sei.“ Er erlebe inzwischen bei jedem Besuch im Irak, dass Menschen getauft würden. „Das war vor zehn Jahren noch nicht der Fall.“Dafür gebe es verschiedene Gründe. Einerseits seien viele Menschen ernüchtert, weil der politische Islam seine Versprechungen nicht gehalten habe. „Wo Islamisten, wie zeitweise in Ägypten, an die Macht kommen, merkt man schnell, dass es dem Land unter ihnen nicht besser, sondern schlechter geht.“ Auch die Gewalt, die vom „Islamischen Staat“ (IS) ausgehe, habe viele Muslime dazu gebracht, ihren Glauben infrage zu stellen.Persönlich halte er jedoch das direkte Wirken Gottes für den einflussreichsten Faktor: „Gott spricht in Träumen und Visionen zu den Menschen. Er tut sein Werk. Das wünschte ich mir auch für Deutschlan

Ehemalige Feinde im Glauben an Jesus vereint

Es erfülle ihn mit besonderer Dankbarkeit, so Eric, dass er heute mit Menschen zusammenarbeiten dürfe, die er früher verachtet habe: „Als Muslime hassten wir nicht nur Christen und Juden, sondern auch andere Muslime. Heute haben ehemalige Sunniten und Schiiten als Konvertiten Gemeinschaft miteinander.“Wichtig für die Vernetzung der sogenannten „Muslim Background Believers“ (Gläubige mit muslimischem Hintergrund) seien vor allem die persönliche Begegnung oder die sozialen Netzwerke. Auch arabisch-, farsi- und türkischsprachige Fernsehsender ermöglichten es Muslimen, von Jesus Christus zu hören, ohne dass die Behörden

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