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Interview

„Eine positive Antwort zur Bibelkritik formulieren“

22.09.2020

Prof. Dr. Jacob Thiessen, Rektor der STH Basel. Bild: idea/dg
Prof. Dr. Jacob Thiessen, Rektor der STH Basel. Bild: idea/dg

Seit 50 Jahren mischt die Staatsunabhängige Theologische Hochschule STH Basel (früher: FETA) die Kirchenlandschaft auf. Was macht diese universitäre Hochschule heute aus? Hat der Rektor Professor Jacob Thiessen seine Ziele erreicht? Darauf ging er im Gespräch mit ideaSpektrum ein.Sie kommen ursprünglich aus einer Mennoniten-Kolonie in Paraguay. Wie prägt Sie dies heute noch, Jacob Thiessen?
Ich bin in meiner Theologie Freikirchler. Dass die Bibel Gottes Wort ist, wurde bei uns Mennoniten in Paraguay vorausgesetzt. Später konnte ich dieses Thema vertiefen. Ausserdem ist mir das Friedenszeugnis wichtig. Ich würde mich als pazifistischen Theologen bezeichnen, aber nicht ideologisch.Was vermissen Sie aus Paraguay?
Vielleicht das gute Fleisch zum Grillieren. Man erhält es zwar in der Schweiz auch, es ist hier aber sehr teuer.Mit welchem Ziel kamen Sie in die Schweiz?
Das war eine klare Berufung. Die Überzeugung, dass ich für das Theologiestudium an der damaligen FETA in die Schweiz ziehen sollte, kam überraschend. Ziel war, wieder nach Paraguay zurückzukehren. Ich verlor das Ziel damals auch nicht aus den Augen, auch beim Promotionsstudium und als ich eine Schweizerin heiratete nicht. Ich setzte es auch um. Allerdings hatte Gott dann andere Pläne. Ich bin aber immer noch dankbar für die fünf Jahre in Paraguay nach der Promotion.In welchem Sinn dankbar?
Ich wäre vorher kaum für die Leitung der STH Basel vorbereitet gewesen. Dadurch, dass ich in Paraguay eine Bibelschule leitete, habe ich viel Erfahrung gesammelt. Dies betraf auch den Umgang mit der Gemeindearbeit, mit der ich sehr verbunden war. Das hat mich stark geprägt und war eine gute Vorbereitung für die Arbeit hier.Die STH Basel existiert seit 50 Jahren. Sie sind erst der zweite Rektor. Steht die Ausbildungsstätte für Kontinuität?
Ja, das kann man so sagen, auch wenn nicht alles gleichgeblieben ist. Die damalige FETA wurde gegründet, um in der Theologie das Vertrauen in die Bibel zu stärken und zu festigen, auch in wissenschaftlicher Hinsicht. Das ist nach wie vor ein wichtiges Anliegen.Ihr Vorgänger und Gründungsrektor Samuel Külling leitete die STH Basel bis drei Wochen vor seinem 80. Geburtstag. Werden Sie ihn übertrumpfen?
Nein, ganz sicher nicht. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass der Rektor nicht auf Lebenszeit gewählt ist, sondern nach vier Jahren jeweils eine Wahl stattfindet.Welche Vision für die Hochschule hatten Sie, als Sie 2004 deren Rektor wurden?
Ich bin kein besonders visionärer Mensch. Die Visionen von vielen sollen verwirklicht werden. Deshalb ist es gut, dass die STH Basel nicht nur aus einer Person besteht, die ihre Vision verwirklicht. Das Fundament im Vertrauen auf die Bibel weiter zu stärken, war mir von Anfang an wichtig. Mir war es auch ein Anliegen, dass wir uns nicht nur durch Abgrenzung definieren. Es geht darum, für evangelische Landes- und Freikirchen eine positive Alternative zur Bibelkritik in der Theologie zu entwickeln und zu fördern.Das vollständige Interview von David Gysel mit Jaco Thiessen, was die universitäre Akkreditierung für Theologie und den Bezug zur Praxis beudeutet und was dem Rektor der STH Basel Sorgen macht, lesen Sie im Wochenmagazin ideaSpektrum 39.2020.

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