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Menschenrechte

Ein Unrecht, das mehr Beachtung verdient

21.09.2022

Ueli Haldemann. Foto: zvg
Ueli Haldemann. Foto: zvg

(IDEA) - Die bisher grösste Multichannel-Kampagne gegen Menschenhandel findet am 24. September ihren Abschluss. Vor der Kundgebung auf dem Bundesplatz zieht Ueli Haldemann Bilanz.

Seit rund zweieinhalb Jahren verantworten Sie eine Kampagne gegen Menschenhandel. Was hat sich bewegt?

Ueli Haldemann: Im Oktober 2020, gerade noch eine Woche vor dem covidbedingten Veranstaltungsverbot, konnten wir als Christliche Ostmission auf dem Waisenhausplatz in Bern eine erste Kundgebung gegen Menschenhandel durchführen. Damals kamen etwa 300 Personen. Eigentlich wollten wir gleich weiterplanen und andere Partner gewinnen, um gemeinsam auf dem Bundesplatz eine grössere Kundgebung durchzuführen. Durch die Pandemie war dies aber nicht möglich. In der Zwischenzeit haben wir mit Teams von Ehrenamtlichen in verschiedenen Schweizer Städten Strassenaktionen durchgeführt.

Die letzten zwei Jahre waren durch Pandemie und Ukraine-Krieg geprägt. Hat das Ihrer Kampagne genützt oder geschadet?

Zuerst dachten wir, dass die Pandemie unsere Pläne völlig durchkreuzt, weil wir einen Termin für den Bundesplatz zweimal verschieben mussten. Doch durch die gewonnene Zeit konnten wir wesentlich mehr Partner gewinnen und zusätzliche Ideen entwickeln. So gesehen haben wir wegen des Stillstandes während der Pandemie Zeit gewonnen und durch den Ukraine-Krieg ist das Thema Menschenhandel aktueller denn je.

Das Parlament hat den Vorstoss von EVP-Nationalrätin Marianne Streiff für ein Sexkaufverbot nach dem Nordischen Modell abgelehnt. Offenbar ist es um die Sensibilität bezüglich Menschenhandel im Rotlicht schlecht bestellt?

Dass weltweit viele Opfer von Menschenhandel zur Prostitution gezwungen werden, ist belegt. Weil nach wie vor viele Verbrechen nicht ans Licht kommen, ist leider auch die politische Wahrnehmung von Menschenhandel noch viel zu schwach. Darum soll diese Kampagne die Bevölkerung sensibilisieren und dringenden Handlungsbedarf aufzeigen, damit der Menschenhandel ganz nach oben auf die politische Agenda gelangt.

Seit Mitte August werben Sie im Schweizer Fernsehen, seit Mitte September auf grossen Bahnhöfen. Bestimmt nicht ganz günstig. Wer finanziert das?   

Finanziert wird die Kampagne hauptsächlich durch die Christliche Ostmission COM, die sich seit rund 20 Jahren gegen Menschenhandel engagiert. Das funktioniert dank gutem Sponsoring.

Mit der Grosskundgebung wird die Kampagne abgeschlossen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Noch nie wurde in der Schweiz so viel für eine Kampagne gegen Menschenhandel aufgewendet. Zehn NGOs machen auf allen Kanälen auf die Missstände aufmerksam. In vielen Gesprächen stelle ich schon jetzt fest, dass die Bevölkerung zunehmend wahrnimmt, dass es Menschenhandel auch in der Schweiz gibt.
(Interview: Daniel Rehfeld)
gegen-menschenhandel.ch

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