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Kolumne

Der Himmel ist offen

14.05.2024

Da habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich am Samstagmorgen zum ersten Mal auf mein Smartphone blickte. Mein Whatsapp-Account war förmlich mit Bildern überschwemmt, die den Nachthimmel in allen erdenklichen Farben aufleuchten liessen. Ein Phänomen, das ich jeweils nur aus jenen Momenten kenne, nachdem der erste Schnee gefallen ist oder ein besonders deutlicher Regenbogen die Erde überspannt hat. Im Morgengrauen dämmerte mir plötzlich, dass ich die Polarlichter der vergangenen Nacht verpasst hatte. Ein Ereignis, das sich normalerweise in Alaska, Island oder Lappland beobachten lässt. Einige grössere Sonneneruptionen haben dafür gesorgt, dass dieses einzigartige Phänomen auch in unseren Breitengraden mit blossem Auge zu sehen war. Bei diesen Sonnenstürmen werden Teilchen von der Sonne weggeschleudert und gelangen in den Weltraum. Trifft dieser sogenannte Sonnenwind auf die Erde, werden die Teilchen durch das Erdmagnetfeld zu den Polen hin abgelenkt. Die geladenen Teilchen der Sonne regen die Moleküle der Erdatmosphäre an und senden farbiges Licht aus, das wir als Polarlicht wahrnehmen. 

Die weltweite Begeisterung für dieses seltene Himmelsschauspiel könnte zeitlich nicht günstiger sein. Diese Woche feiern wir mit Pfingsten ein Phänomen ganz anderer Dimension. In Apostelgeschichte 2 wird es wie folgt beschrieben: „Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden, war von diesem Brausen erfüllt. Gleichzeitig sahen sie so etwas wie Flammenzungen, die sich verteilten und sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederliessen. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie begannen, in fremden Sprachen zu reden; jeder sprach so, wie der Geist es ihm eingab.“ Für damalige Verhältnisse war das Pfingstfest der Nabel der Welt. Alle Nationen blickten nach Jerusalem. Ein besonderer Ort für ein aussergewöhnliches Ereignis. Aus Angsthasen wurden Glaubenshelden, aus Beobachtern wurden Nachfolger und von Jerusalem aus verbreitete sich das Evangelium in die ganze Welt. Wie wäre es, wenn die weltweite Begeisterung für die Nordlichter die gleiche Begeisterung für den Schöpfer des Universums auslösen würde? Denn eines ist sicher: Der Heilige Geist war damals derselbe wie heute.

Daniel Rehfeld, Chefredaktor

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