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Deichmann beim KCF: Der christliche Glaube als Lebensgrundlage

19.06.2021

Der Unternehmer Heinrich Deichmann sprach beim KCF. Screenshot: KCF
Der Unternehmer Heinrich Deichmann sprach beim KCF. Screenshot: KCF

Wetzlar/Essen (IDEA) – Der christliche Glauben ist für den Chef von Europas größter Schuhhandelskette, Heinrich Deichmann (Essen), die Lebensgrundlage. Das sagte er in einem Interview auf dem Kongress Christlicher Führungskräfte (KFC), der von der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA am 18. und 19. Juni veranstaltet und von Wetzlar aus digital übertragen wird.

Gerade in den Herausforderungen der Corona-Pandemie habe er immer wieder erlebt, wie neben Gesprächen mit der Familie und mit Freunden besonders das Gebet geholfen habe, eine objektive Sicht für die Probleme zu bekommen: „In den großen Herausforderungen konnte ich die Dinge Gott anbefehlen. Das musste ich nicht allein machen.“

Wie Deichmann weiter ausführte, erzählt er offensiv über seinen Glauben, wenn er etwa nach den Gründen für den wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens gefragt werde: „Meine Ethik basiert auf den biblischen Grundsätzen.“

Nicht zufrieden mit dem deutschen Corona-Management

Deichmann räumte ein, dass er über das Corona-Management der Bundesregierung „nicht ganz glücklich“ gewesen sei: „Man hat viele Monate zu wenig getan, um mit der zweiten und dritten Welle der Corona-Pandemie fertig zu werden.“ Die Schließung der Läden (Lockdown), sei für die Verantwortlichen der einzige Weg gewesen, um die Infektionsraten zu senken. Deichmann: „Der Einzelhandel war aber kein Infektionstreiber.“ Die Beschäftigen seien weniger häufig infiziert gewesen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Viel zu spät habe die Regierung dagegen die Schnelltests eingeführt und Impfstoffe beschaffen. Auch habe es ihn geärgert, dass in Supermärkten plötzlich Schuhe verkauft wurden aber die Deichmann-Filialen weiter geschlossen bleiben mussten.

Keinen Mitarbeiter entlassen

Nach Deichmanns Worten war es das oberste Ziel in der Pandemie, die Firma zu sichern, zumal teilweise die Lieferketten unterbrochen gewesen seien. Seine Schuhe bezieht das Unternehmen überwiegend aus China. Dennoch sei es dem Unternehmen nicht nur gelungen, wegen der Pandemie keinen Mitarbeiter zu entlassen, sondern auch das Kurzarbeitergeld – es beträgt 60 Prozent des Nettolohns – auf 90 Prozent aufzustocken. Das Motto der Firma „Das Unternehmen muss dem Menschen dienen“ gelte auch für die Mitarbeiter. Es sei der Firma wichtig, dass es ihnen gut gehe. Auch anderen Beschäftigen, die auf Erfolgsbasis arbeiteten, habe man während der Pandemie „unter die Arme gegriffen“. Deichmann: „Wir haben dafür viel Dankbarkeit erfahren.“

Lob für das Lieferkettengesetz

Ferner begrüßte Deichmann das von der Bundesregierung beschlossene Lieferkettengesetz, das die Rechte von Menschen schützt, die im Ausland Waren für Deutschland produzieren: „Es ist gut, dass es Regeln gibt, die jetzt alle einhalten müssen.“ Allerdings habe sein Unternehmen auch ohne gesetzliche Verpflichtung in dem Bereich schon immer mehr gemacht als Mitbewerber. Deichmann verkauft jährlich 180 Millionen Paar Schuhe und macht in 30 Ländern einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro. In rund 4.000 Filialen sind etwa 40.000 Mitarbeiter beschäftigt.

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