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Kolumne

Bitte stören

12.02.2024

Die Arbeit mit Menschen wäre so toll, wenn sie einen nur nicht immer dabei stören würden! 

„Psssst!“ Bartimäus lässt sich nicht beirren. Im Gegenteil. Er schreit noch lauter: „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen!“ Jesus reagiert und ruft den Blinden – der doch mehr sieht als viele Anwesenden – zu sich und schenkt ihm das Augenlicht.

Es rieselt von der Decke. Alle Blicke richten sich nach oben, während vier Männer ihren Freund langsam in den stickigen Raum herunterlassen. Jesus spricht den Gelähmten von seiner Schuld frei und heilt ihn. 

„Der grosse Rabbi hat keine Zeit für eure Gören!“, schützend bauen sich die Jünger zwischen Jesus und der Menschenmenge auf. Jesus tadelt seine Schüler, nimmt die Kinder in die Arme und schenkt ihnen seine wertvolle Zeit und seinen Segen. 

Ist es nicht faszinierend, wie Jesus auf diese Störungen reagiert? 

Wir wissen nicht, worüber Jesus in diesen Situationen sprach. Aber wir wissen, wie Jesus mit den Menschen umging, die ihn bei seiner Verkündigung störten: mit offenen Augen und einem offenen Herzen. Diese Menschen, die ihre Bedürfnisse so frech kundtaten, störten Jesus nicht. Vielmehr nutzte er die Unterbrechungen als Chance, um allen Anwesenden zu zeigen, wie Gott ist.

Spontaneität und Flexibilität gehören nicht unbedingt zu meinen Stärken. Ich mag Ordnung und Planung. Aber wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, so zeigt sich eines ganz deutlich: Gewachsen bin ich vor allem dann, wenn etwas nicht so lief, wie ich es erwartet hatte. Das motiviert mich dazu, von Jesus zu lernen: Unterbrechungen sind Chancen, dass Gott unverhofft eingreifen und seine Grösse zeigen kann.

Sonja Meier arbeitet beim ­Bibellesebund Schweiz als Assistentin der Geschäftsleitung.

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