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Kolumne

Bitte keine schlechten Nachrichten

21.06.2022

Daniel Rehfeld
Daniel Rehfeld

Was in persönlichen Gesprächen ab und zu durchschimmert, habe ich seit letzter Woche schwarz auf weiss. „Immer mehr Menschen vermeiden Angst machende Nachrichten wie der Ukraine-Krieg, die Wirtschaftskrise oder die Corona-Pandemie.“ Eine Studie des Reuters Institute an der Universität Oxford fördert diese Entwicklung zutage. Der Bericht erscheint jedes Jahr. Zugrunde liegen ihm Online-Umfragen des Meinungsforschungsunternehmens YouGov, die Ende Januar unter 93'000 Personen in 46 Ländern durch­geführt wurden. Im April starteten die Meinungsforscher wegen des Ukraine-Kriegs eine weitere Umfrage unter 5000 Personen in Grossbritannien, den USA, in Deutschland, Polen und Brasilien. Dort gaben vier von zehn Befragten (38 Prozent) an, dass sie manchmal bewusst Informationen vermeiden. Das ist eine Steigerung von neun Prozent im Vergleich zu 2017. Für diese Entwicklung gibt es vor allem zwei Gründe: zum einen, weil sich Nachrichten wiederholen, zum anderen, weil sie aufs Gemüt schlagen. Besonders nachdenklich stimmt mich allerdings die Aussage des Hauptautors der Studie, Nic Newman: „Die Themen, die Journalisten für die wichtigsten halten – politische Krisen, internationale Konflikte oder Pandemien – scheinen genau diejenigen zu sein, die auf manche Menschen abstossend wirken.“ Das sitzt!

Schön, dass Sie dennoch IDEA lesen. Möglicherweise liegt es ja daran, dass wir versuchen, einen anderen Kurs zu fahren. Zwar greifen wir Ereignisse und Entwicklungen auf, die die Gesellschaft umtreiben. Schliesslich sind wir als Christen Teil dieser Gesellschaft. Die Grundlage für die Einschätzung dieser Ereignisse nehmen wir allerdings aus der „Guten Nachricht“. Auch wenn es in deren Auslegung verschiedene Ansichten und Facetten gibt, beinhaltet sie im Kern doch eine lebens­bejahende und sinnstiftende Aussage wie zum Beispiel die aktuelle Jahreslosung. „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“ (Joh 6,37).

Schade nur, dass es immer noch 200 Millionen Menschen in rund 1800 Sprachgruppen gibt, die diese gute Nachricht nicht kennen, weil sie keinen Zugang zur Bibel haben. Und dass rund 780 Millionen diese Nachricht nicht lesen können, weil sie Analphabeten sind (Quelle: Unesco). Hier springt das etablierte Missionswerk Wycliffe in die Bresche. Es vermittelt nicht nur Inhalte, sondern trägt dazu bei, dass sie auch gelesen werden können. Eine wahrlich gute Nachricht! 

Daniel Rehfeld, Chefredaktor

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