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Bericht

Beatrice Stöckli in Mali ermordet

13.10.2020

Beatrice Stöckli: Ein grosses Herz für die Ärmsten. Foto: Printscreen Videobotschaft 2016
Beatrice Stöckli: Ein grosses Herz für die Ärmsten. Foto: Printscreen Videobotschaft 2016

(idea/dg) - Am 9. Oktober wurde bekannt, dass die in Mali in Geiselhaft genommene Schweizerin Beatrice Stöckli (59) tot ist. Seit dem 7. Januar 2016 befand sich die Baslerin in den Fängen islamistischer Terroristen der Organisation Jama'at Nasr al-Islam wal Muslimin (JNIM), die sie nun vor rund einem Monat umbrachten. Dies teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA mit. Die genauen Umstände sind noch nicht klar. Die Behörden hatten sich während der vierjährigen Geiselhaft für die Freilassung eingesetzt. Beatrice Stöckli war 2012 schon einmal für neun Tage entführt worden und nach ihrer Freilassung wieder für ihren Dienst unter Frauen und Kindern nach Timbuktu zurückgekehrt.

Beatrice Stöcklis Dienst in Mali

Anfänglich war Beatrice Stöckli mit dem deutschen Missionar Jörn Andre in dieser Gegend unterwegs. Andre gründete unter dem Namen "Neues Leben Afrika" in verschiedenen Ländern Afrikas Schulen und Bibelschulen. Als Stöckli ihren Platz in Timbuktu sah, wies Andre sie auf die grossen Gefahren hin. Er sah sich nicht in der Lage, die Verantwortung für die Arbeit einer alleinstehenden Frau in einer von islamistischem Terror geprägten Region zu übernehmen. Selbst für afrikanische Pastoren ist es dort gefährlich. Beatrice Stöckli entschied darauf, in eigener Verantwortung dort zu arbeiten."Beatrice machte dort eine richtig gute, evangelistische Arbeit", weiss Jörn Andre aus Fürth (DE), der selber zur evangelischen Landeskirche gehört und auch von Freikirchenmitgliedern unterstützt wird. Andre verweist zudem auf die generell schwierigen Lebensbedingungen, das Klima und die lokale Ernährungsweise.

Spuren in Basel

In Basel hinterliess Beatrice Stöckli Spuren, weil sie sich vor ihrem Umzug nach Afrika mit der damaligen "Mitternachtsmission" zuerst allgemein unter randständigen Personen und dann speziell unter Prostituierten engagierte. "Ich nahm sie als Person mit einem pionierhaften Charakter wahr", erinnert sich Johannes Vogel, der die Mitternachtsmission leitete. Und die Mitarbeiterin Katharina Baumberger sagt: "Beatrice hatte ein grosses Herz für die Menschen am Rand; sie liess ab und zu Frauen ohne Obdach bei sich übernachten und ist eine Frau der 'zweiten Meile'. Ich habe sie als fröhlich, humorvoll, spontan, praktisch, einsatzbereit und unbekümmert erlebt."

Ein Herz für Menschen am Rande

In einem Rundbrief der Mitternachtsmission hatte Beatrice Stöckli einmal zum Ausdruck gebracht, wie sehr sie sich bedingungslose Liebe von Christen für Randständige erhoffte. "Ist es denn nicht so, dass Menschen durch unsere Liebe erfahren, dass Gott sie nicht aufgegeben hat, sondern nicht aufhört zu hoffen für jeden von uns?", schloss sie damals ihr Plädoyer.Auch in einer Basler Freikirche, der Evangelisch-methodistischen Kirche Bezirk Kleinbasel, blieb sie in Erinnerung. "Sie nahm damals am Gemeindeleben teil, wurde aber nicht offiziell von der Gemeinde nach Mali ausgesandt", erklärt die Co-Vorsteherin Sylvia Wilhelm.

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