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Kolumne

An den Früchten messen

04.07.2023

Daniel Rehfeld
Daniel Rehfeld

Kaum ein Thema ist gesellschaftspolitisch derart aufgeladen wie die Klimadiskussion. Das ist nicht verwunderlich. Schliesslich ist jeder davon betroffen, direkt oder indirekt. Dass sich das Klima im Wandel befindet, bestreitet inzwischen kaum mehr jemand. Über die Lösungsansätze gehen die Meinungen aber diametral auseinander. Zu reden geben vor allem jene Vorschläge, die besonders radikal sind. Wie das Konzentrat aus einem internen Papier des irischen Landwirtschaftsministeriums, das kürzlich an die Öffentlichkeit durchsickerte. „Während dreier Jahre sollen 200'000 Kühe getötet werden, um die Klimaziele zu erreichen.“ Oder die inzwischen etablierten Aktivisten, die sich im Pendler- oder Ferienverkehr auf der Strasse festkleben, um auf die Treibhausgase aufmerksam zu machen. Für den 30-jährigen Max Voegtli endete dieses Engagement letzte Woche allerdings mit einem Eigengoal, als Passanten aufdeckten, dass der Klimakleber vom Gotthard nach Mexiko in den Urlaub flog. Und dass er offenbar schon früher Formel-1-­Rennen besucht hatte. Seine Aktionen waren allerdings ungleich medienwirksamer als sein Geständnis.

Natürlich liegt es nicht an mir, Worte und Taten dieses jungen Menschen zu beurteilen, der für gesellschaftliche Ideale kämpft, aber offenbar selbst die Vorzüge des Systems (aus)kostet. Aber ich gebe zu, dass es mich befremdet, wenn jemand der Gesellschaft einen Spiegel vorhält und mit sich selbst grosszügig umgeht. Oder wie der Volksmund sagt, „Wasser predigt und Wein trinkt“. Um dann festzustellen, dass es mir auch nicht immer gelingt, Worte und Taten in Einklang zu bringen. In der Bergpredigt warnt Jesus seine Jünger vor falschen Propheten. In Matthäus 7,20 fällt der berühmte Satz: „Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Ein anschauliches Bild aus der Schöpfung, das einfache Grundsätze auf den Punkt bringt. Ein fauler Baum liefert keine guten Früchte und von Dornen kann man keine Trauben lesen. Dieser Vergleich aus der Landwirtschaft bezieht sich natürlich in erster Linie darauf, die falsche Lehre von der richtigen zu unterscheiden. Aber er spornt auch an, das zu leben, was man verkündet. Was das in Bezug auf die Bewahrung der Schöpfung heissen kann, dazu finden Sie in dieser Ausgabe einige Anregungen. 

Daniel Rehfeld, Chefredaktor

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